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EUPHORBIA Linn.
Blütlien getrenntgeschlechtlich einhäusig, beide Geschlechter stets vereint von einer kelchartigenHülle umgeben und einer einfachen Zwitterblüthe ähnlich; Hülle aktinomorph oder zygomorph, glocken-oder becher- oder kreiseiförmig, meist vier- bis fünf-, selten sechs- bis achtlappig, gewöhnlich krautig,am Rande mit gleich- oder ungleichzähligen Drüsen versehen. Männliche Blüthen einmännig mit ge-gliedertem Faden, an dem Gelenk in sehr seltenen Fällen eine Schuppe als Rest einer Blüthenhülle;Staubbeutel mit 2 spreizenden, in Längsspalten aufspringenden, kugelförmigen Theken. Weibliche Blüthceinzeln, von sehr zahlreichen männlichen umgeben, einem Stempel mit gestieltem Fruchtknoten ähnlich.Blüthenhülle meist fehlend, selten aus 3 kleinen Läppchen gebildet. Fruchtknoten dreiknöpfig mit einerhängenden Samenanlage in jedem Fache; Griffel 3, entweder frei oder am Grunde mehr oder wenigerhoch verbunden mit einfachen oder an der Spitze getheilten Narbenstrahlen. Frucht eine dreiknöpfigeKapsel, die in 3, von der Mittelsäule sich lösende, zweiklappig elastisch aufspringende Kokken zerfällt.Samen mit reichlichem fleischigem Nährgewebe, in dessen Mitte der Keimling mit flachen, blattartigenKeimblättern liegt. — Kräuter, oder Stauden oder Holzgewächse von sehr mannigfaltiger Tracht, einenreichlichen weissen, meist sehr scharf giftigen Milchsaft in ungegliederten Schläuchen enthaltend. Blättermeist in spiraliger Anordnung, zuweilen oben oder am ganzen Stengel kreuzgegenständig, bei nichtwenigen Arten reducirt oder endlich ganz schwindend, ganzrandig, selten gezähnelt. Die blüthenähn-lichen Specialinflorescenzen gewöhnlich in zusammengesetzten Dolden mit Gipfelblüthenstand, derenStrahlen zuletzt in einfache Dichasien ausgehen, selten einzeln achselständig oder traubig. Deckblätterund Vorblätter sind meist vorhanden, letztere innerhalb der Bllithenstandshülle in der Gestalt zahlloserborsten- oder haarförmiger Organe.
Mehr als 700 Arten, die hauptsächlich in den gemässigten und subtropischen Zonen beider Hemi-sphären verbreitet sind.
Euphorbia resinifera Berg.
Tafel 85.
Aufrechter, steifer, am Grunde reich, oben wenig verästelter Strauch von kaktusähnlicher Tracht mitvier-, seltener dreikantigen Zweigen; auf den Kanten mässig vorspringende Blattpolster, welche gepaarteNebenblattstacheln tragen; Blüthenständchen zu einfachen gestielten Dichasien verbunden.
Euphorbia resinifera Berg in Berg u. Schmidt, Darst. u. Beschr. t. XXXIV' 1 M—X; Coss. in Bull,soc. roy. Belg. X. 5; Ball, Spicil. Fl. Marocc. 661; Bentl. and Trim. Medic. pl. t. 240; Hook, and Ball,Journ. of a tour in Marocco, London 1878 p. 388; Payton in Pharmac. Journ. XII. 724; Fliick. andHanb. Pliarmacogr. 502; Flück. Pharmacogn. 195; Baill. Bot. med. 919, fig. 2639.
Gebräuchliche Wolfsmilch; englisch: Gum milkwort; französisch: Euphorbe de gomme.
Der aufrechte kaktusähnliche Strauch ist am Grunde sehr reich verästelt und stellt einen dichtenBusch dar mit zahlreichen parallel aufstrebenden 0,25—1,5 m und darüber hohen, vier- seltener drei-kantigen Zweigen, deren Flächen leicht concav sind, während die etwas verdünnten Kanten hervor-treten. Nur selten geben sie einen seitlichen gleichgestalteten Ast ab, der Durchmesser der dunkelgrünen,kahlen, fleischigen Zweige beträgt selten mehr als 2 cm.
Auf den Kanten sitzen in Entfernungen von etwa 1 cm nur wenig vorspringende Blattpolster, welchemit einer elliptischen Fläche enden; unterhalb derselben, sie berührend, stehen 2 auseinander fahrende,horizontal abstehende, ein wenig hornförmig gekrümmte, 3—4 mm lange Stacheln, die am Grunde der