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sind so gestellt, dass sie an der Blattspindel ein horizontales Kreuz bilden. Am Grunde der Scheidebefinden sich an den Stengelblättern gegenüber dem Hauptblatte noch ein Paar kleiner, doppelt gefiederterBlätter, die man häufig für Nebenblätter angesehen hat. Die Blätter sind stets ganz kahl.
Der Blüthenstand ist eine zusammengesetzte Dolde, welche den Ausgang aller Seitenäste bildet,sie ist gestielt und wird häufig durch Übergipfelung blattgegenständig, sie besteht meist aus 7 — 10, seltenaus mehr Strahlen; eine Hülle ist meist in der Form einiger weniger linealischer Blättchen vorhanden,bisweilen fehlt sie aber ganz. Die flachen Döldchen bestehen aus 10—13, seltener mehr oder wenigerBlüthen, sie entbehren der Hüllchen stets.
Die Blüthen sind polygam, und zwar sind die inneren eines Döldchens bisweilen nur männlich, derFruchtknoten ist dann nicht entwickelt. Der Fruchtknoten der Zwitterblüthen ist von den Seiten heretwas zusammengedrückt, oblong und wird von 10 schwachen Rippen durchlaufen, die an der Fugenflächeliegenden berühren sich fast. Der Kelch ist nur in der Form eines schmalen gefältelten Saumes oberhalbdes Fruchtknotens zu erkennen. Die Blumenblätter sind weiss, in gebirgigen Gegenden aber bisweilenschön roth, umgekehrt eiförmig und durch die Umbiegung einer Spitze schwach ausgerandet, sie messenkaum 1 mm in der Länge. Die Staubblätter sind um die Hälfte länger; der Pollen ist schmal ellip-soidisch mit 3 meridionalen Längsfalten, in deren Mitte die Poren gelegen sind. Das Griffelpolster istgeschwollen, weiss und tief zweitheilig; die beiden nur an der Spitze spreizenden Griffel messen ebensoviel wie jenes in der Höhe.
Die Frucht wird etwa 4, selten bis 5 mm lang und etwa 2—2,5 mm in der Mitte breit, sie zerfälltsehr bald bei der Reife in die beiden sich häufig krümmenden Theilfrüchte, die an dem bis zur Hälftegespaltenen Fruchtträger hängen bleiben. Jedes der Theilfrüchtchen wird von 5 deutlich vortretendenRippen durchzogen, zwischen denen die Wölbungen der braungefärbten Olcanäle hervortreten; ausser denunter den Thälchen befindlichen liegen noch 2 an der Fugenfläche; die Griffel sind an der Frucht schiefnach unten gedrückt.
Der Kümmel wächst in ganz Europa, von den arktischen Gegenden bis Spanien und Italien, ersteigt von den Ebenen bis in die höheren Gebirge; in Griechenland scheint er zu fehlen; in den Kaukasus-ländern bewohnt er nur die Gebirge und zwar bis 2800 m Erhebung; über die Provinzen Talysch undAderbidjan kann man ihn bis zum westlichen Himalaya, nach Kaschmir und West-Tibet verfolgen; ausser-dem findet er sich überall im nördlichen Asien, fehlt aber in China und Japan. Ob er in Nord-Afrikaursprünglich heimisch oder nur cultivirt ist, bleibt bis heute unentschieden; aus Nord-Amerika findet ersich mehreren Ortes erwähnt, doch dürfte er hier bisweilen verwildert sein. Er wird auch nicht seltenin Deutschland, Holland, Central-Russland, England cultivirt; Indien, Persien und Marocco führen gleich-falls Kümmel aus.
Die Früchte der Pflanze ( Fructus Carvi) werden als Gewürz und Arzneimittel verwendet. Vorzüglichgebraucht man jetzt in der Medicin das Karvol (das Oleum Carvi des Arzneibuches), welches aus demätherischen Öle der Kümmelfrüchte hergestellt wird. Das ätherische Ol ist in den intercellularen Secret-behältern der Frucht enthalten.
Erklärung der Abbildungen.
Fig. A. Grundblatt.
Fig. B. Ein blühender Zweig.
Fig. C. Die Blüthe, lOmal vergrössert: d. das Blumenblatt;
e. das Staubblatt; f. das Stempelpolster mit denGriffeln.
Fig. D. Der Fruchtknoten und das Griffelpolster, 15malvergrössert: a. der Fruchtknoten; c. der Kelch;g. die Griffel.
Fig. E. Derselbe im Längsschnitte: b. die Samenanlagen.Fig. F. Derselbe im Querschnitte, 2"2mal vergrössert: h. die
Theilfrüchtchen; i. die Fugenfläche; k. die Kippen;l. die Thälchen; m. die Olcanälchen.
Fig. G. Das Blumenblatt, 12mal vergrösserLFig. H. Das Staubblatt von der Mitte der Blüthe und von
aussen betrachtet, 20mal vergrössert.
Fig. I. u. K. Pollenkörner, trocken und im Wasser.
Fig. L. Die Frucht, natürliche Grösse.
Fig. M. Dieselbe, 8mal vergrössert.
Fig. N. Dieselbe im Querschnitte: o. Nährgewebe; £>. Keimling.Fig. O. Die Theilfrüchtchen im Längsschnitte.