67
Griffelbasen igelstachelig erscheint; jede Kapsel springt im oberen freieren Theile wandtheilig auf undnmschliesst wenige geflügelte, zusammengedrückte Samen. Das Nährgewebe der letzteren ist massig reich-lich, der Keimling besitzt blattartige, flache Keimblätter und ein kurzes, nach oben gewendetes Würzelchen. —Bäume mit Balsamsäften, abfälligen, bandförmig getheilten, lang gestielten Blättern und kleinen, spitzenNebenblättern. Blutkenstände aus den Achseln von büschelartig an den Enden der Zweige zusammen-gedrängten Blättern; die männlichen in aufrechten, zusammengesetzten Ähren, die weiblichen in kugel-runden Köpfchen, beide lang gestielt.
Zwei Arten, von denen die eine in Kleinasien, die andere in Amerika und Süd-China verbreitet ist.
Liquidambar Orientale Mill.
Tafel 71.
Blätter bandförmig fünf- bis siebenlappig, mit stumpfen oder spitzlichen, häufig dreilappigen Ab-schnitten; fast ganz kahl; Balsam flüssig.
Liquidambar Orientale Mill. Dict. spec. n. 2 ; Spach, Hist. veg. phaner. XI. 86; Hanb. Science papers127—150, in Seem. Bonpl. V. 114 c. ic. pag. 119; Planch. in Joum. pharm. XXIV. 173; Alph. DC.Prodr. XVI. 158; Boiss. Fl. or. II. 819; Hook. Icon. pl. t. 1019; Bentl. and Trim. Med. pl. t. 107;Köhler, Mediz.-Pß. t. 101; Flilch. and Hanb. Pharmacogr. 241; Fluch. Pharmacogn. 126; Baill. Bot.med. II. 770, flg. 2401—3; Niedenzu in Engl. u. Prtl. Nat. Pflanzfam. III (2 a ). 124.
Platanus orientalis Pocoche, Descr. of the Fast II. t. 89.
Liquidambar imberbe Ait. Hort. Kew. III. 365; Nouv. Duham. II. 44; Loud. Enc. trees 933, flg. 1739.
Storaxbaum; französisch: Copalme ou Liquidambar; englisch: Ambertree.
Der orientalische Storaxbaum ist ein stattlicher, an die Platane vermöge der Blattform erinnernderBaum von 10—15 m Höhe mit weit ausladenden, runden Asten. In der Rinde und zwar der primärensowie der secundären, besonders in den Strahlenzellen, und den Markstrahlzellen befinden sich Balsam-zellen, die im primären Holze zu Balsamgängen auf lysigenem Wege zusammentreten; die dünnen, schlanken,jüngeren Arten sind stielrund und werden von einer glatten, braunen Rinde bedeckt, die, wie auch diejüngsten Spitzen, ganz kahl sind. Auch die Wurzel enthält Balsamgänge, die sich aber nur im Leptomder Leitbündel vorfinden.
Der Blattstiel ist 5—7 (3—8) cm lang, dünn und zierlich, seltener etwas kräftiger, stielrund, nuran dem etwas verdickten Grunde oberseits abgeflacht. Die Spreite ist gewöhnlich 6—8 (4—10) cm langund 7—9(5—11) cm breit, meist handförmig, fünf-, seltener mehr oder minder deutlich siebenlappig,wobei die oblong lanzettlichen oder breitlinealen, am Rande wenig drüsig gesägten, stumpfen, seltenerspitzen Zipfel fast stets eine Neigung zum dreilappigen aufweisen; sie ist am Grunde herzförmig, seltenergestutzt und sie wird von fünf band- oder etwas deutlicher fussförmig verbundenen, starken, beiderseits,aber unterseits stärker vorspringenden Nerven durchzogen; in den Achseln dieser Nerven ist eine nursehr geringe, aber doch, wenigstens häufig, bemerkbare, wollige Bekleidung vorhanden. Die Nebenblättersind nur 1—1,5 mm lang, linealisch, leicht abfällig; sie treten ein wenig oberhalb des Ansatzes aus demBlattstiele hervor.
Die Blüthenstände erscheinen mit Ausbruch der Blätter in den Achseln derselben, welche anKurztrieben büschelig zusammengestellt sind. Die männlichen bilden 1,5—2 cm lange, walzenförmigeÄhren, welche wieder aus 6—8 kleinen, kugelförmigen Ahrchen oder Köpfchen zusammengesetzt sind.Sie stehen auf geraden, dünnen, 3—4 cm langen Stielen. Jedes Ahrchen wird in der Jugend von eineraus 4 oblongen, spitzen, sitzenden, aussen behaarten, innen fast kahlen, dachziegelig deckenden Blätterngebildeten Hülle umschlossen. Da weder Kelch noch Blumenkrone an ihnen entwickelt sind, so ist einescharfe Sonderung in einzelne Bltithen nicht angängig; jedes Ahrchen wird aus sehr vielen mit kurzen,
9*