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2 (1896) Die Choristopetalen. 1
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zugespitzt, zurückgeschlagen und bleiben an der Frucht sitzen; ihre Länge wechselt zwischen 3 und 7 mmund ihre äussere Bekleidung stimmt mit derjenigen des Fruchtknotens überein. Die 5 Blumenblättersind verkehrt eiförmig oder fast kreisrund, an der Spitze etwas ausgerandet, am Grunde kurz genagelt,oberseits vertieft, am Rande etwas gewellt, innen sind sie weiss, aussen schön rosenroth gefärbt; gewöhn-lich sind sie nach der Spitze zu mit einigen langen, feinen, schlaifen Haaren besetzt; sie messen 1,5—2,0 cmin der Länge, manchmal werden sie aber bis 3,5 cm lang; sie fallen nach der Vollblüthe ab. Staub-gefässe sind meist 20 vorhanden, sie stehen fast in einer Reihe neben einander und sind von verschie-dener Länge; aber selbst die grössten erreichen nicht die Spitzen der Blumenblätter; die Fäden sindpfriemlich, oben etwas nach aussen gebogen, sonst aufrecht; die etwa 1 mm langen Beutel sind oben undunten ausgerandet; die Pollenkörner sind sehr schmal ellipsoidisch und werden von 3 meridionalen Längs-falten durchlaufen. Die 5 Fruchtknotenfächer stossen in der Mitte nicht zusammen; jedes umschliesst2 nebenständig angeheftete, aber über einander stehende Samenanlagen von anatroper Form; die Mikro-pyle ist nach aussen und unten gewendet; die 5 Griffel sind stielrund, am Grunde auf eine weite Streckeverwachsen, oberhalb der Verbindungsstelle sind sie behaart; die Narben sind schief abgestutzt, ellipsoi-disch, und in der Mitte längs gefurcht; sie überragen nur wenig die Staubgefässe.

Die Frucht ist von mannigfacher Gestalt, meist fast kugelförmig, aber am Stiel und an der Spitzeeingedrückt, zuweilen mehr kegelförmig oder ellipsoidisch; an der Spitze wird sie von dem vertrockneten,bleibenden Kelche gekrönt; sie ist fünffächrig, die Fächer berühren sich aber in der Mitte nicht, sondernlassen einen centralen, zuweilen sehr grossen Hohlraum zwischen sich; im Innern sind sie mit einerpergamentartigen Haut ausgekleidet; das Fruchtfleisch ist gewöhnlich weiss, seltener röthlich, fest undenthält keine Steinzellconcretionen; die äusserste Fruchthaut ist etwas lederartig und sehr mannigfach,roth oder gelb, weiss oder grün gefärbt.

Die Samen liegen paarig in jedem Fache; sie sind schräg aufsteigend, umgekehrt eiförmig und vonder Seite her etwas zusammengedrückt; die kastanienbraune Testa ist lederartig. Der Keimling ist gerade,weiss und hat ein kurzes, bodensichtiges Wtirzelchen; die Keimblätter sind planconvex und fleischig.

Der cultivirte und von uns beschriebene Apfelbaum ist, wie besonders neuere Untersuchungen gezeigthaben, keine selbständige Art, sondern ein aus verschiedenen Arten der Gattung Pirus gebildeter Bastard.Die Grundlage scheint bei den meistenSorten der Paradiesapfel [Malusparadisiaca Med.) auszumachen,dessen Heimath von Süd-Ost-Russland bis zum Altai, der Tartarei und bis Nord-Persien zu suchen ist,der aber in Deutschland kaum ursprünglich wild sein dürfte; die zweite Art, welche in Frage kommt, istPirus prunifolia Willd. aus Sibirien und Nord-China, doch sind je nach den Orten, von denen die Cultur-formen stammen, auch andere Arten mitwirkend gewesen; unser Holzapfel ( Malus silvestris Mill.) istwohl unbedingt unbetheiligt daran. Der Apfel wird mit Ausnahme des höchsten Norden in ganz Europacultivirt und gedeiht noch in Norwegen unter 66° 26', in Schweden unter 64° 45', ebenso kann er nochim südlichen Finnland und um Petersburg gebaut werden; in Tirol steigt er bis 1360 m hoch; in wärmerenClimaten werden die Früchte wässerig und fade.

Saure Aepfel finden zur Darstellung des Extractum Ferri pomati (Eisenextrakt) Verwendung.

Erklärung der Abbildungen.

Fig. A. Ein Bliithenast.

Fig. B. Die Blüthe, von der die Blumenblätter entfernt sind,3'/2 mal vergrössert.

Fig. C. Dieselbe im Längsschnitte, 5mal vergröss.: a. Unter-ständiger Fruchtknoten; b. freier Achsenbecher;c. Kelchblätter; d. Staubgefässe; e. Stempel.

Fig. D. Das Staubgefäss, von innen und aussen betrachtet,lOmal vergrössert.

Fig. E. Die Pollenkörner, im Wasser und trocken, 300malvergrössert.

Fig. F. Der Fruchtknoten im Querschnitt, 5mal vergrössert.

Fig. G. Die Griffel, 5mal vergrössert.

Fig. H. Die Narbe, 15mal vergrössert.

Fig. I. Die Frucht.

Fig. K. u. L. Dieselbe im Längs- und Querschnitte: a. Frucht-fleisch; b. das lederartige Endocarp; c. der Same.

Fig. M. Der Same, natürliche Grösse: a. der Nabel; b. dieChalaza; c. die Micropyle.

Fig. N. — P. Derselbe im Längs- u. im doppelten Querschnitte,2mal vergrössert: a. dieSamenschale; b. das Würzel-chen; c. die Keimblätter.