Erklärung der
Abbildungen.
Fig. A. Ein Zweig nach einer Pflanze aus Vorderindien.Fig. B. Die Blüthe, 6mal vergrössert.
Fig. C. Die Blüthe im Längsschnitte, 7mal vergrössert.Fig. D. Das Staubgefäss von der Vorder- und Rückseite
betrachtet, 50mal vergrössert.
Fig. E. Pollinium, aus 16 Körnern zusammengesetzt, 200malvergrössert.
Fig. F. Die aufgesprungene Hülse, natürliche Grösse.
Fig. Cr. Der Same mit dem Nabelstrange.
Fig. H. Derselbe, im Quer- und Längsschnitte.
Fig. I. Der Keimling: a. das Würzelchen.
Fig. K. Derselbe, das eine Keimblatt entfernt.
Fig. L. Die Spitze desselben, 6mal vergrössert: a. Würzel-chen; b. Keimblatt; c. Knöspclien.
Acacia Senegal Willd.
Tafel 46.
Ein niedriger Baum mit knorrigen, gewundenen Asten; jüngere Zweige kahl, von bleicher Farbe;Stacheln 2—3 kurz, hakenförmig nach unten gekrümmt; Blätter doppelt gefiedert, Fiedern 3—5 Paare,Fiederchen 10—15 jochig, scbmal linealisch, graugrün, kahl; Blüthen weiss in verlängerten Ähren; Blu-menblätter li/ 2 —2mal so lang wie der kahle Kelch.
Acacia Senegal Willd. Spec. pl. IV. 107 7 (die cit. Abbildung ausgeschlossen); DG. Prodr. II. 459;Benth. in Trans. Linn. Soc. XXX. 516.
Mimosa Senegal Linn. Spec. pl. ed. I. 521.
Acacia Verek Guill. et Perrott. Fl. Senegambiae 245. t. 56; Schwein/. in Linnaea XXXV. 374. t.22; JReliq. Kotschyan. t. 3; Oliv. Fl. trop. Afr. II. 342; Köhler, Med. Pfl. t. 173; Flück. Pharmacogr.4.
Acacia rupestris Stocks in Boiss. Fl. orient. II. 638.
Gummi - Akazie; englisch: Gum acacia; französisch: Acacie ä gomme.
Der Baum wird nicht Uber 6 m hoch; der aufrechte oder mehr oder weniger stark geneigte Stammhat ungefähr 12—15 cm Durchmesser, das sehr harte Holz ist weiss und die Rinde ist aussen grau, derBast aber rostfarbig; die sehr zahlreichen gewundenen Aste spreizen auseinander.
Die Blätter sind an der Spindel gemessen nur 2—3 cm lang; sie sind 3 — 5 paarig gefiedert unddie gegenständigen Fiedern werden aus 10—15 Paar 3,5—5 mm langen und 1 — 1,3 mm breiten Fieder-chen zusammengesetzt; die letzteren sind linealisch, spitzlich, am Grunde ungleichseitig, sehr kurz gestieltund von graugrüner Farbe; die Spindel ist kantig, oberseits von einer engen Rinne durchzogen, feinbehaart und unterhalb der Blätter, so wie zwischen den obersten Blattpaaren mit je einer gelben, polster-förmigen, am Scheitel eingedrückten, fleischigen Drüse versehen; zu beiden Seiten des Blattstieles, zuweilenauch genau unter ihm steht je ein bis 5 mm langer, gekrümmter, sehr spitzer, gelber, endlich braunerNebenblattdorn.
Die Blüthenstände sind 6—10 cm lang, nur kurz, 1—2 cm lang gestielt und stellen walzigrunde,mässig dichte Ähren dar, die einzeln oder zu zweien und dreien aus den Blattachseln brechen. Deck-blätter habe ich nicht gesehen.
Die Blüthen sind sitzend lind weiss. Der Kelch ist becherförmig kahl, 2 mm lang und im oberenDrittel in 5 etwa gleichseitig dreieckige Zipfel getheilt. Die Blumenblätter messen 3—3,5 mm, siesind lanzettlich, spitz und bis zur Hälfte oder darüber hinaus verwachsen. Die Staubgefässe messen6 mm, ihre Staubfäden sind haarförmig und selbst bei sehr starker Vergrösserung nur sehr wenig höckerig,sie sind am Grunde durch einen fleischigen, fast becherförmigen Körper einbrüderig verbunden, in dessenMitte der kurz gestielte etwa 0,8—1 mm lange, lineale, zusammengedrückte Fruchtknoten steht; dieStaubbeutel sind breit elliptisch, nur 1—1,5 mm lang und oben so wie unten tief ausgerandet; sie ent-halten nur sehr wenige Pollinien, aus 16 Pollenkörnern bestehend. Der Griffel überragt die Staubgefässekaum und endet in einer kopfförmigen aber nur sehr wenig verdickten Narbe.
Die Frucht ist eine 7—10 cm lange und 1,5—2,5 cm breite, mehr oder weniger deutlich lineale,beiderseits spitze, flache, dünne, zweiklappige Hülse; die Klappen sind quer geädert, haben gerade