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2 (1847)
Entstehung
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576
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giftigen Wurzel wol sicher sein konnte. Die Nacht schliefdas Kind ruhig; am anderen Tage konnte ich, ausser einemmassigen Grad von Schwäche, nichts Krankhaftes mehr anihm erkennen. Die Aeltern ahneten nichts Böses mehr, und,ehrlich sei es gestanden, auch ich glaubte, alle Gefahr seibeseitiget. Aber siehe! am zweiten Tage früh Morgens ruftman mich zum Kinde, ich finde es in einem so heftigen Fieber,dass ich bestimmt nie ein heftigeres in meinem Leben ge-sehen; die Mittel, die ich anwendete, waren ganz fruchtlos,gegen Abend schon starb es. — Hier wusste ich nun bestimmt,dass das Kind die Wurzel des Wasserschierlings gegessen,aber dieses Wissen verhalf mir nicht einmahl zur Erkenntnissder Form der Krankheit, welche das Kind tödtete, geschweigedenn, dass es mich auf das Wesen derselben sollte geleitethaben. Bloss nach allgemeiner Erfahrung konnte ich aus demspäten Erscheinen des heftigen Fiebers vermuthen, dass durchdie sehr starken Convulsionen, welche sich nicht nur in denGliedern, nicht nur im Schlünde und in der Kinnlade, son-dern auch sieht- und fühlbar in der Oberbauchgegend geäussert,ein wichtiges Organ schwer verletzt sei; denn bekanntlich er-scheint das Fieber bei Organverletzungen selten oder nie un-mittelbar nach der Verletzung, sondern es bricht gewöhnlicherst den zweiten, auch wol erst den dritten Tag mit voller Heftig-keit aus. Diese allgemeine Vermuthung konnte mich jedochunmöglich belehren, welches Organ eigentlich verletzt sei,mithin diente mir die bestimmte, unzweifelhafte Erkenntnissder Krankheitsursache nicht einmahl zur Erkenntniss derKrankheitsform.

Alles wohl erwogen, bestehet das praktisch Nützliche,was aus der Erkenntniss solcher Ursachen hervorgehet, dietheils sieht - und tastbar, theils unzweifelhaft und der Art sind,dass sie für sich und ohne Zusammenstoss anderer Ursachenden Menschen krank machen, hauptsächlich darin, dass wirin Fällen, wo sie nicht bloss auf den Körper gewirkt haben,sondern fortfahren, auf denselben zu wirken, sie entfernen,und durch dieses Entfernen entweder geradezu die Krankheitheben, oder derselben zuvorkommen, oder die Möglichkeit derHeilung bewirken. So ziehen wir einen Ertrunkenen aus dem