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2 (1847)
Entstehung
Seite
548
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und Harnkur, und wer es versuchen will, der wird siehwol überzeugen, dass durch dieselbe nicht bloss die Gicht,sondern noch manche Erkrankungen anderer Organe zuheilen sind.

Weiter haben wir die äusserlichen Mittel, als Spani-sche Fliegen, Senf, Meerrettig, Brechweinsteinsalbe, ätzen-des Ammonium, Crotonöl, das Glüheisen, das Brennenmit Nesseln, die Geisselung, Fontanellen, Haarseile u.s. w. Man kann durch diese äusserlichen Hautreize vielekranke Organe zum Normalstande zurückführen. Bei denErkrankungen der Muskeln, Gelenkbänder, Nervenstämme,wenn es wirklich Urleiden dieser Organe sind, kommtman durch diese Hautreize nicht selten am schnellstenzum Zweck. Sind es aber consensuelle Leiden, abhangendvon der Urerkrankung eines inneren Organs, oder sindes Vorwaltungen einer Erkrankung des Gesammtorganis-mus, so entsprechen sie zuweilen nur halb, öfter garnicht der Erwartung, und ich sehe sie in solchen Fällenals eine bloss zwecklose Schinderei an.

Bei Urerkrankung innerer Organe kann man die äusse-ren Hautreize auch zuweilen nicht entbehren. Bei demUrleiden der Därme, das sieb als Kolik offenbaret, istman, wenn wegen der Zusainmenziehung des Mastdarmesdie Anwendung der Klystire, und wegen des unaufhör-lichen Erbrechens die Anwendung innerlicher Mittel un-möglich ist, ja einzig auf äusserliche beschränkt; undwas leistet nicht in solchen Fällen ein halbstündiges Ein-reiben des mit Seifenauflösung verbundenen kaustischenAmmoniums auf die Bauchhaut.'

In der Erkrankung anderer innerer Organe habe ichaber selten so auffallende schnelle Wirkung gesehen; viel-malig liessen mich die äusserlichen Mittel ganz in Stich,und, was noch weit schlimmer ist, in manchen Fällentäuschten sie mich, sie schafften durch ihren antagoni-stischen Reiz den Schmerz weg, liessen aber die Krank-heit des Organs wie sie gewesen. Ich habe mich früherder feindlichen, hautreizenden Mittel weit häufiger bedientals später; je nachdem ich nämlich durch vergleichende