phlebotomubis, sanguis justus super te et filios*). DasSchlimmste ist nur, dass die signa sanguinis abundantissehr unsicher sind; ein voller starker Puls hat wahrlichschon manchem Kranken den Hals gekostet, und dasRobur virium siehet man, selbst aetate commoda, nicht garselten nach Einem Aderlass so wunderbar verschwinden,dass einem der Glaube aufgedrungen wird, man habe zwardem Kranken aetate commoda , aber tempore perincomrnododas Blut abgezapft.
Solche Aerzte, die bloss auf das schauen, was dasAderlassen heilt, aber nimmer auf das, was es verdirbt,die es nicht bloss da anwenden, wo es nöthig ist, son-dern auch da, wo es unnöthig, ja schädlich ist, kurz,solche Aerzte, denen das Blutentziehen gleich den Egelnzur anderen Natur geworden, geben den üblen, ja tödt-lichen Folgen desselben, die sie doch, wenn sie nicht blindsind, so gut sehen müssen als wir, zuweilen eine solchnärrische Deutung, dass man darüber lachen muss, sieschreiben selbige lieber den allerunwahrscheinlichsten Ur-sachen als ihrem Allheil zu. Das Tollste in dieser Hin-sicht findet man bei Gull. Ba/lonius (Epid. et ephem. Lib. 1pag. 20J. Observation, aliquando indulto somno post Phlebo-tomiam cuidam illustri Domino non multo post mortem ob-repsisse; in somnum repentinae tantae calamitatis causa relataest. Auf die alberne Auslegung des Verfassers, dass blossder Schlaf nach dem Aderlassen, nicht aber das Ader-lassen selbst, den Herren getödtet habe, werden meineLeser wol nicht neugierig sein,c. Entziehung der Luft bis zum Ersticken.
Diese Heilart wirkt ohne Zweifel feindlich auf denganzen Organismus. Dass man durch selbige die Urer-krankung aller Organe wird heilen können, daran zweifleich nicht, habe, es aber noch nie selbst versucht. V. Hel-mont (Opera pag. 271 §. 49) erzählt uns folgenden Fall.Ein Wahnsinniger, den man ein Jahr lang durch Exor-
*) Ich habe die närrische Stelle in Gr. Horst Werken gefunden, Lib. VII.hinter der 33- Beobachtung in einem Briefe des J. Wolfgang Rabus.
II. 34