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Wenn in einem Organe die schmerzhafte Vorwaltungeiner Eisen -, oder Kupferaffektion des Gesammtorganis-mus durch Aderlassen weit rascher gehoben wird als dasVorwalten einer Salpeteraffektion, so ist doch dadurchdie Eisen-, oder Kupferaffektion des Gesammtorganismusselbst nicht gehoben, sondern vielmehr verschlimmert.Darum siehet man z. B. bei Eisen-, oder Kupferpleuresiendas Seitenstechen nicht selten nach einem einzigen massigenAderlass verschwinden, den Kranken aber sehr schwachwerden, ja wol in Irrsinn fallen. Er hat dann vom Glückenoch zu sagen, wenn er mit dem Leben davon kommt.Da es nun sehr schwierig, ja in manchen Fällen unmög-lich ist, im Anfange akuter Krankheiten den Zustand desGesammtorganismus aus den Zufällen richtig zu beurtheilen,besonders wenn solche Fieber als landgängige zuerst auf-treten; so ist das Aderlassen in diesen Fällen ein wahresWürfelspiel.
Hinsichtlich der Urerkrankung der Organe ist zu be-merken, dass das Aderlassen zwar solche Erkrankungenheilen kann, sie aber bei weitem nicht immer heilt. Inmanchen Fällen ist auch die Wirkung des wiederholtenAderlassens tödtlich, welches freilich nicht immer gemäch-lich zu erklären sein möchte. Eine solch tödtliche Wir-kung des wiederholten Aderlassens siehet man am erstenbei der als Pleuritis behandelten schmerzhaften Urleber-erkrankung. In vielen Fällen ist auch die durch Ader-lassen bewirkte Heilung der Organe nicht eine wirklicheHeilung, sondern bloss eine Beschwichtigung eines ge-wissen Grades von Steigerung des Organleidens. DieErkrankung des Organs bleibt, und ist nur zum chroni-schen Uebel umgewandelt, welches hintennach durch dasgeeignete Organmittel weit schwieriger zu heben ist, alswenn man es gleich anfänglich damit angegriffen hätte.Solche durch Aderlassen vermeintlich geheilte Organer-krankungen kommen mir alljährlich so oft vor, dass ichmich in diesem Punkte unmöglich täuschen kann.
Wenn ich nun bedenke, wie sehr täuschend in vielenFällen die gute Wirkung des Aderlassens ist, wie die