Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
509
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wie sollte der flüchtige Stoff des Tabaks, wenn er augenblick-lich wieder ausgebrochen würde, seine Heilwirkung auf Ge-hirn, oder Rückenmark äussern können ? Ich gestehe aber, dassich, obgleich eine erwünschte Wirkung von dieser Mischungvermuthend, weit entfernt war, eine solch wahrhaft zauberischedavon zu erwarten.

Ich kenne kein allgemein sicheres Mittel auf irgend eineKrankheitsform, also auch nicht auf die Cholera. Wir wollendie Meinung aber einmalil als wahr annehmen, dass die Bauch-,Nerven- und Muskelleiden, welche die Form der Cholera bil-den, consensuell von einer Urgehirnerkrankung abhangen;folgt denn aus dieser Annahme, dass die Urgehirnerkrankungfür und für, jetzt sowol, als über drei, oder vier, oder zehnJahre, durch den flüchtigen Stoff des Tabaks heilbar seinwird? — Das folgt gar nicht aus jener Annahme. Habe ichdoch Gehirnfieber behandelt, die ich durch Stechapfeltinktur,und andere, die ich durch Silber heilen musste; wer verbürgtes mir denn, dass früher oder später die Gehirnaffektion, vonder die Choleraform abhängt, nicht auch einmahl so geartetsein wird? Ja, wer verbürgt es mir, dass sie nicht solcherArt sein wird, auf welche ich gar kein Heilmittel weiss? —Man kann, ohne Prahler zu sein, sagen: so habe ich ge-heilt; man kann auch sagen: so will ich künftig heilen, dennder Wille, so, oder anders zu heilen, ist frei; wenn man abersagt: so werde ich heilen, d ann spricht man wie ein Crypto-galeniker, der in seiner irren Vermessenheit sich einbildet, dieNatur künftiger Krankheiten ergründet zu haben. Vor solchemprahlerischen Irrsinne wolle uns Gott sämmtlich in Gnadenbewahren!

Das sind nun die vier einzigen nützlichen Zusammen-setzungen, welche ich in einer vierzigjährigen Praxis gefunden.Daraus können meine jüngeren Leser abnehmen, dass Zu-sammensetzungen, in denen eine wirkliche Heilheimlichkeitsteckt, etwas selten sein müssen. Uebrigens bemerke ichnoch, dass, wenn gleich mehr der Zufall als mein Nachdenkenmich auf diese Zusammensetzungen geleitet, ich doch früherjeden ßestandtheil der Zusammensetzung und seine Heilwir-kung genau durch eigene Erfahrung kannte, also bestimmt