Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
507
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Bett. Sein Puls war beschleunigt und massig voll, seine Hautwarm, ohne heiss zu sein. Er klagte über ein eigenes, un-angenehmes Gefühl im Epigastrio, dem er keinen bezeichnendenNamen geben konnte; auf meine Frage, mochte er es wederbeängstigend, noch brennend nennen. Er hatte beständigeUebelkeit; zum wirklichen Erbrechen war es aber noch nichtgekommen, Durchfall mit reichlicher Entleerung bloss weisser,wässeriger, ganz kothloser Stoffe, ohne Stuhlzwang. In seinemKopfe fühlte er einen schmerzlosen Taumel, und in den Füssen,besonders in den Waden, schmerzhafte Krämpfe. Ungefragtsagte er mir: er habe, da die Krankheit mit Durchlauf ange-fangen, wegen des gleichzeitig sich einstellenden Gefühls vonUnwohlsein vermuthet, die Ruhr sei bei ihm in Anzüge. Weitersei er aber, der reichlichen, ganz unkothigen, unschleimigen,unblutigen und unstuhlzwangigen Entleerungen wegen, in seinerMeinung irre geworden, und später haben ihm die Krämpfeder Füsse und die seltsame Eingenommenheit des Kopfes denGlauben aufgedrungen, er leide wol nicht an der Ruhr, son-dern an einer anderen Krankheit. Von der Cholera sagte erkein Wort, und ich begreiflich auch nicht. Ich sah die Krank-heit, ohne ihr einen Namen zu geben, für ein, von einemUrgehirnleiden consensuell abhängendes Darm- und Nerven-leiden an, und verschrieb die in Rede stehende Mischung.

Am andern Morgen war das seltsame Gefühl im Epigastriound die Uebelkeit verschwunden, Stuhlentleerung hatte er garnicht mehr gehabt. Das Gefühl des allgemeinen Unwohlseinswar viel minder, und der Puls weniger beschleuniget. DieKrämpfe in den Füssen hatten ganz nachgelassen, die Einge-nommenheit des Kopfes war zwar weniger, aber doch nochso, dass sie den Kranken bestimmte, im Bett zu bleiben.Der Harn, den man mir jetzt zeigte, war kaum vom normalenunterschieden, woraus ich schloss, das gallenabsondernde Or-gan sei nicht consensuell ergriffen. Ich hiess ihn mit derArzenei fortfahren.

Am nächsten Morgen hörte ich, er habe am vorigen Tagewieder kothige, breiige Oeffnung gehabt, die letzte Nacht gutgeschlafen, die Eingenommenheit des Kopfes sei verschwunden,und er fühle nichts Krankhaftes mehr.