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2 (1847)
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503
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mahls bei den Bittfahrten zu geschehen pflegt, so sagte ichdem Bothen: ersehe wol, dass ich jetzt mit anderen Krankenbeschäftiget sei; ich könne erst 'gleich nach Mittag herüberkommen. Da ich nun aber hinkam, sagte mir gleich am Zoll-hause der Empfänger: die Niederländerinn, zu der man michgerufen, sei schon vor der Rückkunft des Bothen gestorben;wenn ich keine besondere Lust habe, die todte Frau zu sehen,möge ich nur einen Augenblick bei ihm eintreten, ich könnevon ihm alles diesen Todesfall Betreffende eben so gut hörenals in jener Kneipe, wo ich weder Freunde noch Verwandteder Verstorbenen finden werde. Er erzählte mir nun: dieVerstorbene sei aus der Umgegend von Rotterdam, wo dieCholera herrschen solle. Sie sei vor Mittag sehr krank ineinem Wagen angekommen, habe sich beständig erbrechenmüssen und gleich nach Mittag den Geist aufgegeben; allediese Angaben sprechen dafür, dass sie wol wirklich an derCholera gestorben sei.

Am folgenden Vormittage kamen die Freunde der Ver-storbenen von ihrer Bittfahrt durch unser Städtchen und be-suchten mich. Auf meine Aeusserung, dass ihre Freundinnwol an der Cholera werde gestorben sein, antworteten sieganz treuherzig: gewiss, es kann kein Zweifel darüber sein,sie ist an der Krankheit gestorben. Mir gefiel es aus-nehmend, dass die ehrlichen Niederländer die verrufene Cholera,dieses Ungethüm, schon als eine alte, traute Bekannte, vor-zugsweise die Krankheit (de Ziektej benannten. Ueber denVerlauf hörte ich Folgendes von ihnen. Am Abend hattedie Frau in dem ersten Preussischen Grenzstädtchen Cranenburgangefangen, sich unwohl zu fühlen. Dieses Unwohlsein, welchessich durch mässiges Erbrechen offenbaret, war während derNacht vermehret. Morgens hatte die Frau sich noch starkgenug geglaubt, die Wallfahrt nach dem fünf Wegstundenentfernten Kevelaer zu vollenden. Auf dem zweistündigenWege nach Grunewald war sie aber so elend geworden, dassman sie in letztem Orte den Wirthsleuten zur Pflege über-geben, wo sie dann gleich nachiMittag das Zeitliche gesegnet.

Ich sah es wirklich als ein grosses Glück an, dass dererzählte Fall sich nicht etliche Jahre früher zugetragen. Da-