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welche wol von der Individualität des Kranken, oder bloss von des-sen Einbildung werden abgehangen haben, hat der Verfasser voll-kommen Hecht. Das Kupfer, gibt man es nicht in so unge-hörigen Gaben, dass es den Darmkanal aufrührt, wirkt aufeine eigene, sehr milde, mit der Wirkung keiner anderen Ar-zenei zu vergleichenden Weise. Es ist eine der menschlichenNatur sehr befreundete Substanz, ja es wirkt so wundervoll,dass, wenn mein Versland über das Mehr oder Minder desLebens zu urtheilen befähiget wäre (welches er aber nicht ist),ich aus der Wirkung desselben zu schliessen geneigt sein würde,es vermehre wirklich quantitativ das Leben; weshalb ich auchden Geheimärzten eben nicht verdenken kann, dass sie in ihmdie Verlängerung des Lebens zu finden geglaubt haben.
Es ist in chronischen und akuten Krankheiten gleichbrauchbar; theils in solchen, welche einzig in einer Affektiondes Gesammtorganisnius, theils in solchen, welche in einerMischung aus einer Uraffektion des Gesammtorganisnius undeinem Urorganleiden bestehen. So lange ich mich zu dergeheimärztlichen Lehre gehalten, sind mir reine Kupferkrank-heiten zwar nicht selten, aber doch weit weniger vorgekommen,als Eisen- und Salpeterkrankheiten. Sie erschienen zu einerZeit häufiger als zu einer anderen, aber doch nie so, dass ichmit Wahrheit hätte sagen können, die Mehrzahl der Krankenhabe daran gelitten. Damit behaupte ich aber wahrlich nicht,dass das in Zukunft immer so sein werde, ich sehe vielmehrrecht gut ein, dass auch einmahl eine Zeit erscheinen kann,wo die vorkommenden Krankheiten durch die Bank Kupfer-krankheiten sind. Sollte je ein Arzt dieses beobachten, sowarne ich ihn schon jetzt vorläufig, seinen Erfahrungen, wenn ersie bekannt macht, keine allgemeine Gültigkeit beizulegen, oderdas Kupfer gegen Krankheitsformen zu empfehlen; ja nichtzu sagen, es sei das beste Heilmittel der Pleuresie, des Schar-lach-, des Nerven-, des typhösen Fiebers. Durch solche kühneBehauptungen, zu denen nicht blos die Jugend, sondern auchnicht selten das männliche Alter geneigt ist, hat man von jeherder Heilkunst unberechenbaren Schaden gethan.
Welches sind nun die Zeichen, aus denen man eineKupferaffektion erkennen kann ? — Das ist eine häkliche Frage.II. 23