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2 (1847)
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348
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Besitzer wol eben nicht zum richtigen Beobachten befähiget: somüssen wir nothwendig so lange Beobachtungen über Kupferver-giftung lesen, bis die Wahrheit, dass Kupfer kein Gift sei, sooft gedruck ist, als die Lüge, dass es Gift sei, so lange, bisdie Bücher, in denen Letztes behauptet wird, durch die Länge derZeit der Vergessenheit heimgefallen. Da nun weder ich, noch eineinziger meiner Zeitgenossen dieses erleben wird, so werdenauch hinfort noch immer von Zeit zu Zeit Menschen angeb-lich durch Kupfer vergiftet werden. Nun, immerhin! Als Men-schen sind wir doch alle dem Irrthume unterworfen, und wenndenn einmahl muss geirret werden, so ist es der Menschheitweit weniger schädlich, dass man ein wohlthätiges Mittel fürGift, als dass man ein feindliches für ein unschuldiges, ja fürein unentbehrliches Allheil hallt.

In meiner Jugend sollte ich einst einen abgemagerten,braunfarbigen, an allerlei Bauchbeschwerden leidenden Nadlerheilen; das konnte ich nicht, denn mein universitätisch StollischesWissen passte unglücklicherweise nicht auf den kranken Bauchdieses Mannes. Er zehrte immer mehr ab und starb endlich an derBauchschwindsucht. Da ich nun mehrmahls in seiner Werk-statt gewesen, und gemerkt, dass beim Schleifen der Steck-nadeln der ganze Luftraum des Zimmers so mit Kupferstauberfüllet war, dass man den Augenblick, wo man hineintrat,schon den Geschmack des Metalles in Munde hatte, so glaubteich schulgerechter Arzt, der Mann sei durch das Kupfer, wel-ches er täglich verschluckt, langsam wie durch das TofanischeWasser vergiftet. Freilich wollte der gesunde Theil meinesVerstandes sich gegen den verkrüppelten auflehnen; es fielmir ein, wenn das Kupfer jene Bauchleiden hervorgebracht,so habe es dieses doch wol etwas früher thun müssen, derMann sei ja immer gesund geblieben, und erst kränklich ge-worden, da man ihn zu den Alten gezählt. Diese Oppositionwar aber zu ohnmächtig; es musste dabei bleiben, dass dasanhaltende Verschlucken des giftigen Kupferstaubes den brau-nen Nadler zur Bauchschwindsucht verholfen.

Viele Jahre nachher, da ich schon längst manche lächer-liche Vorurtheile aus meinem Kopfe verbannt, kam sein Sohn,ein Landpfarrer, um Hülfe zu mir. Er hatte eine braune