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2 (1847)
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196
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sah nicht, dass irgend an einer Stelle auch nur das mindestevon Eiter herausquoll; wodurch also gewiss wurde, dass derAbszess weder Nebenhöhlen noch Gänge hatte. Weil mirnun noch immer die ungeheure Langweiligkeit solcher Eiterungim Kopfe lag, und ich überhaupt nicht gern den WundärztenAbbruch thue, so sagte ich der Kranken: da die Sache etwaslangwierig werden könne, mir aber meine übrigen Geschäftenicht erlauben, selbige so nachzusehen, wie es nöthig sei, somöge sie sich lieber an einen Wundarzt wenden, ich werdemich schon mit diesem besprechen und sie deshalb nicht ganzverlassen. Dieser Vorschlag wirkte aber sehr feindlich auf dasGemüth der Kranken; sie fing an zu weinen, und behauptete,wenn sie einem Wundarzte in die Hände falle, werde sie ge-schnitten und geschunden werden, und Gott möge wissen, wiedie Sache ablaufe.

Ich kann nicht gut einen Menschen weinen sehen, undam wenigsten eine artige, junge, unschuldige Frau, und daswar wirklich die kleine Bäuerinn in einem so seltenen Grade,als ich es wenig gesehen. Flugs kam mir der Gedanke inden Kopf, ich könne ja der entschlossenen, rührigen, anstel-ligen Schwiegermutter das Geschäft der kleinen Chirurgie über-tragen. Diese ging gleich in meinen Vorschlag ein, und ihrerstes Probestück war, dass sie die herunterhangenden, ab-gestorbenen Hautreste mit der Schere abschneiden musste,welches begreiflich ohne Schmerzen geschah. Da ich demManne schon ein altmodisches Pflaster mitgegeben, damit iches bei meinem Besuche zur Hand haben möchte, (ich werdevon diesem unten mehr sagen) so liess ich die alte MutterPflücksei machen, etwas von dem Pflaster darauf streichenund dieses in den Grund des Abszesses bringen, mit demBedeuten, so lange täglich das bepflasterte Pflücksei zu er-neuern, bis der Grund des Abszesses frisch roth sei. Sobaldsie dieses sehe, müsse sie weiter nichts mehr hineinbringen,sondern bloss das Loch mit dem auf Leinwand gestrichenenPflaster bedecken, dieses täglich erneuern, und anfänglich zwei-mahl täglich den Eiter auslaufen lassen, ohne weiter daran zudrücken, zu streichen, oder sonst zu meistern. Ungefähr zehnTage, nachdem dieser Abszess sich geöffnet, öffnete sich auch