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2 (1847)
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185
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in den erzählten Fällen, sondern auch in mehren anderen ge-sehen hatte, die ich, um nicht zu ausführlich zu werden, über-gehe, so wurde ich dreist und beschloss, auch Versuche beiörtlichen Entzündungen anderer Organe zu machen.

Es kam ein Mann von mittlen Jahren zu mir, der denAbend vorher eine so schmerzhafte Entzündung des linkenAuges bekommen, dass er die ganze Nacht schlaflos zugebracht.Das Auge war massig entzündet und ich konnte wirklichkeinen Zusammenhang zwischen der Heftigkeit des Schmerzesund dem sichtbaren Grade der Entzündung finden. Ich habeaber mehrmahls in meinem Leben dieses Missverhältniss be-obachtet, ohne mir es genügend erklären zu können. Uebri-gens war das Sehvermögen bei dem Manne zwar nicht ge-kränkt, aber das Licht steigerte doch den Schmerz. Damitaber die Leser nicht denken mögen, ich habe es mit einemzärtlichen, schmerzscheuen Herren zu thun gehabt, so bemerkeich ihnen, dass es ein gesunder und thätiger Mann aus derarbeitenden Volksklasse war, von grosser Muskelkraft und voneiner seltenen Ausdauer dieser Kraft. Wenn ein solcher überunerträgliche Schmerzen klagt, so ist das ein ganz anderesDing, als wenn ein Weichling diese Klage führt.

Ich liess zwei Drachmen Digitalis mit sechzehn UnzenWasser zur "Hälfte einkochen, die Abkochung lauwarm mitLeinwandlappen auf das geschlossene Auge legen, und Sorgetragen, dass der Lappen immer feucht erhalten wurde. Indas Auge brachte ich nichts von dem Dekokt. Es war Abend,da ich diese Anordnung machte. Die Nacht wurde sehrschmerzhaft zugebracht, aber auch um so genauer meine Ver-ordnung befolgt. Gegen Morgen stillte sich nach und nachder heftige Schmerz und verschwand bis Mittag ganz. Merk-würdig war es, dass die sichtbare Entzündung, welche mitVerschwinden des Schmerzes merklich abgenommen hatte,bei dem fortgesetzten Gebrauche der Digitalis auf dem näm-lichen Punkte zwei Tage lang stehen blieb. Sie war jetztnichts mehr und nichts weniger als eine ganz alltägliche,leichte Augenentzündung, gegen welche die Leute selten dieHülfe der Kunst suchen. Licht und Wind waren, ohne ebeneigentlichen Schmerz zu verursachen, dem Auge empfindlich,