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Mischung Natrum sulphuricum und Kali nitricum. Da bekamensie, wenn sie nicht gar zu viel Kali nitricum zusetzten, einenTrank, der aus Natrum sulphuricum, Natrum nitricum, und Kalisulphuricum bestand. Dass sie davon in manchen Fällen rechtgute Dienste müssen gesehen haben, daran ist wol kein Zwei-fel. Diese Mischung ist aber, man mag das Verhältniss desKali nitrici zu dem Natro sidphurico nehmen wie man will,jederzeit laxirend. Je mehr Kali nitricum man zusetzt, um somehr Natrum nitricum, aber auch um so mehr Kali sulphuri-cum erzeugt sich. Je weniger Kali nitricum man zusetzt, umso mehr Natrum sulphuricum bleibt in der Mischung; alsojedenfalls hat ein solcher Trank laxirende Eigenschaften, durchwelche die wundervolle Wirkung des kubischen Salpeters viel-mahls musste getrübt werden. Hätte sich die Sache so nichtverhalten, dann würde gerade die frühere Unbekanntschaft derAerzte mit den chemischen Wahlverwandtschaften längst dieAufmerksamkeit derselben auf den kubischen Salpeter nichtbloss gelenkt, sondern gezwungen haben. So viel ich aberdie Literatur kenne, ist er als Heilmittel mit ärztlicher Be-wusstheit früher nie gebraucht worden, wiewol er in manchenchemischen Büchern des vorigen Jahrhunderts, gleich andernin der Medizin ungebräuchlichen Salzen, aufgeführt wird. Macquerin der zweiten, im Jahre 1778 erschienenen Ausgabe seineschemischen Wörterbuches, sagt, nachdem er mehre Bereitungendes kubischen Salpeters angegeben, ausdrücklich von ihm: Cesei au reste n'est utile ni dans la Medecine, ni dans la Chymie,vi dans les Arts. Während meiner Lebzeit ist seine Heilwir-kung eben so wenig erkannt worden; denn das, was HerrProf. Dierbach *) von ihm sagt, stammt, wie ich sehe, einzigvon mir her. Herr Kreisphysicus Dr. v. Velsen, sein Gewährs-mann, hat es von mir, und Herr Dr. Meyer von Herrn Dr.v. Velsen.
Ich habe die Wirkung dieses Mittels ursprünglich nichtvon den alten Geheimärzten gelernt, sondern im Jahre 1814ganz zufällig auf folgende Weise entdeckt. Ich hatte früher
*) Die neuesten Entdeckungen in der Materia medicci von ./. H. DierbachS. 534.