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Acacia — Gummi Senegal.
Schwefelsäure getrübt werden, vielleicht selbst einen schwach tingirten amroo-niakalischen Cochenilleaufguss entfärben.
II. Gummi Sencgalcnse, Senegalgnmmi, welches von Acacia Adansonii,A. Vere/c G uileemix et P ekottet u . a. besonders im Gebiete des Senegalsvorkommenden Acacienarten gesammelt wird, bildet meist 2— 6 Ctm. grosse,kugelige oder ovale oder rundlich-eckige, wurmformig gedrehte, mitunter innenhohle, aussen mehr oder weniger unebene oder runzlige, nicht glänzende, nichtoder weit weniger wie bei Gummi Arabicum zerklüftete oder von Rissen durch-setzte, blasgelbliche oder gelbliche Stücke, welche meist sehr fest sind undnicht leicht zerbröckeln. Die Bruchflächen sind gross muschelig, durchsichtigund glasartig, aber nicht irisirend. Es ist etwas hygroskopisch, löst sichschwieriger, jedoch vollständig in Wasser. Seine Lösung ist dickschleimiger,hat einen deutlich sauren Geschmack und wirkt schnell bläuend auf Gua-jactinktur. Spec. Gew. 1,60 —1,65. Dieses Gummi findet in Deutschlandkeine pharmaceutisch-medicinische, sondern nur eine technische Anwendung.Der Einkaufspreis der besten Sorte ist selten halb so hoch wie der des bestenGummi Arabicum.
III. (Junimi dal am, (Jalamgummi, kommt aus dem westliehen Afrika (nachG uiboukt von Acacia vera), ist dem Senegalgummi ähnlich, aussen fast opak,körnig rauh oder rissig. Im Ganzen ist es völlig, aber langsam in Wasserlöslich.
IV. Schlechte, gelbe, bräunliche bis braune und rothbraune Sorten sindGeddagummi, Suakingummi, Embavigummi, To rgummi, Ka Ikutta-gummi, Bassoragummi, welche zum Theil mehr oder weniger Metagummi-säure enthalten und daher nicht vollständig löslich sind.
Anwendung und Wirkung des Arabischen Gummis. Von einerarzneilichen Wirkung des Gummis kann nicht die Rede sein. Eingeführt indie Verdauungswege wird es nicht resorbirt und unverändert mit den Faecesabgeschieden. Man hat ihm bisher in der Reihe der reizmildernden und ent-zündungswidrigen Arzneimittel einen Platz angewiesen. Dass es in kleinenMengen retardirend auf den Stuhlgang wirke, ist eine unbegründete Annahme,und deshalb die Herabdrückung des Gewichts des Gummis in Ricinusölemul-sionen zwecklos. In grösseren Mengen (5,0—10,0 ein- bis zweistündlich) istes immerhin als ein Demulcens und besonders bei entzündlichen und katarrha-lischen Affectionen des Darmkanals, des Schlundes, des Kehlkopfes und derBronchien nützlich. Aeusserlich benutzt man das Pulver zum Stillen der Blu-tungen aus Blutegelstichen, zum Bestreuen von Brandwunden, aufgesprungenenBrustwarzen, Lippen etc.
Die pharmaceutische Verwendung ist sehr vielfältig und dient das Gummibald als Constituens, Corrigens und Adjuvans zur Darstellung von Oel-Emul-sionen, Pasten, Pillen, Pulvern, Trochisken, Pflastern etc.
Ebenso vielfältig ist die technische Verwendung, zunächst als Klebmittelin der 1,5 bis l,8fachen Menge Wasser gelöst. Wird eine solche Lösungmit 2—3 Proc. Thonerdesulfat versetzt, so liefert sie den sogenannten vege-tabilischen Leim. Um den Schreibtinten Glanz zu geben, setzt man ihnenGummi zu, gewöhnlich aber die billigsten Sorten, obgleich diese das leichteAusfliessen der Tinte aus der Feder nichts weniger denn fördern, überhauptder Haltbarkeit der Tinte nicht dienlich sind. Zu einer guten Gallustinte nehmeman stets ein echtes Gummi Arabicum (vergl. unter Gallae).