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1 (1838) A - K
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988 KALI, SALPETERSAURES KALK, LEBENDIGER

Setrigen Säure, ira zweiten durch das Entfärben des Indigos zn erkennen,m das Kali nachzuweisen, fügt man zu einer diitten Portion der LöaungWeinsteinsäure, und zu einer vierten Chorplatinlösung; beim ersten Versucheleigt sich eine weisse und beim zweiten dann eine gelbe Fällung.

(A. J. Schultz.)

Kali, salpetersaures, s. Kali nitricum.

Kali sulphuratuin , i, Hepar sulphuris.

Kalk, lebendiger, gebrannter, Calciumoxyd, Kalkerde,Ätzkalk, Calx viva seu usta (franz. Chaux, Cliaux rive, Lime .) DerKalk kommt in reinem Zustande nicht in der Natur vor, sondern stets mitverschiedenen Säuren verbunden, als: mit Kohlen-, Schwefel-, Phosphor-,Bor-, Salpeter-, Kieselsäure, mit Titan-, Uran-, Wolfram-, Arsenik-,Oxal-, Weinstein-, Apfelsäure; und zwar sowol im Mineral-, als im Thier -und Pflanzenreiche. Um reinen, von Säure freien Kalk darzustellen, be-dient man sich des natürlichen kohlensauren Kalks, welcher in heftigerGlühhitze die Kohlensäure abgiebt. Will man zum chemischen Gebrauchemöglichst reinen ätzenden Kalk haben, so wendet man dazu den reinstenkohlensauren Kalk an, den Kalks pat h, weissen carrarischeu Marmor.Man legt die Stücke zwischen Kohlen und glüht sie so lange aus, bis einPröbchen, mit Wasser benetzt, sich vollkommen löscht, und nicht aufbraust,wenn Säure hinzugebracht wird. Im Grossen gewinnt man den Kalk durchsBrennen der Kalksteine, des Kalkmergels, der Kreide, der Muschelschalen(an den Seeküsten). Man brennt ihn entweder in Gruben, in Meilern,oder in eigenen Brennöfen (Kalköfen). Der Gebrauch des Kalks ist sehralt und höchst mannichfaltig, erstens und vor allem andern, zur Verferti-gung von Mörtel, zum Abputz, Anstrich, zur Bereitung von ätzendem Kali,Natron, Ammoniak; zum Behuf chemischer und technischer Processe, in derSeifensiederei, Bleicherei; zum Büken der Kattuns, in der Gerberei zumEnthaaren der B'elle, zur Pergamentfabrication; in der Färberei zum An-stellen der kalten Vitriolküpe, zum Schäumen des Zuckers in den Colonien,zum Reinigen des Beleuchtungsgases, bei der Glasfabrication, in der Land-wirthschaft zum Kalken der;;Felder u. s. w. (Schubarth, Technische Chemie,Berlin, 1831. 1. Bd. S. 402). Reiner gebrannter Kalk ist weiss, fest,»pec. Gew, 2, S; unschmelzbar iui Ofenfeuer, schmeckt langeuhaft, scharf,ätzend, zerstört thierische Gebilde, besteht aus 71,91 Calcium und 28,09Sauerstoff. Befeuchtet man ihn mit Wasser, so erhitzt er sich schnell,selbst bis zum Rothglühen der Masse, berstet unter einem knisterndenGeräusch, stösst Wasserdäropfe aus mit feinem Kalkstaub vermischt, undfällt gänzlich zu einem feinen Pulver auseinander, welches 2+ Proc. Wasserenthält, Kalkhydrat, gelöschter Kalk. Der Kalk löst sich in 450Theilen Wasser auf, die Lösung zeigt auf Kurkuma, Rhabarber, Lackmus,Veilchensaft die bekannten alkalischen Reactionen (s. Alkalien), sie wirdvon Kohlensäure und Sauerkleesäure weiss gefällt und von Schwefelsäurenicht verändert. Da der Kalk, wie oben bemerkt, zu so mancherlei tech-nischen Zwecken benutzt wird, so sind die schädlichen Wirkungen dessel-ben beim Löschen (Verbrennungen) durch zu frühes Bewohnen frisch mitKalk geweissterZimmer etc. nicht selten (a. Wohnungen). Im letzten Falleleiden die Bewohner solcher Wohn- und Schlafzimmer an KopfschmerzSchwindel, Angst in den Präcordien, Brennen in dem Ilalse, Erbrechen,heftigem Durst, Leibschmerz etc. (s. Tulpii Observ. L. 3. c. 41. FrankHdb. d. Toxikologie 1800. van Swielen Comment. in Boerh. aplior. T. 3.p. 177.) [Dass durch Kalk schon Kaiser ihren Tod gefunden, berichtenValerius Max. Lib. 9. cap. 12 u. Ciceru Tuscul. Quaest. Libr. V. cap. 19,auch Ehrmann de venefic. culposo. Argentor. 1782, sagt:Vencficium cul-posum committit caupo vel alius, qui hospiti recens conclave calci- viva ob-duetum dedit, ex quo ille periit aut gravi oiorbo correptus est." M.] Ge-richtlich-chemische Untersuchungen. Wenn der Kalk in ausge