JUNGFRAUSCHAFT
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Vermischung erregt werden. Die Weite und Schlaffheit der Geburtstheileist in manchen Familien ein erblicher Fehler; bewirkt kann sie werden durchschlaffe Constitution, weissen Fluss, durch Bleichsucht und mauclie andereKrankheiten, durch übermässigen Gebrauch lauer und warmer Bäder, durchOnanie, Anschwellung der Genitalien in Folge üppiger Phantasie etc. Vorund gleich nach dem Monatsftusse, wenn er stark ist und anhält, sind dieGenitalien weniger fest und eng, der Beischlaf kann alsdann selbst mit einervollkommnen Jungfrau leichter vollzogen werden, als späterhin, wenn sie«ich wieder verengen und die natürliche Beschaffenheit der Scheide, die beider Jungfrau etwas mehr als einen Zoll Weite hat, wieder eintritt. (Pi-näus, De notis virginitatis. L. 1. cap. 6. p. 65. — Haller, I. S. 43, 44.)Die Weite und Schlaffheit der Geschlechtstheile lässt demnach nicht immerauf schon geübten Beischlaf schliessen (worin man sich auch dann irren kann,wenn zugleich das Hymen nicht vorhanden ist) obgleich solch ein Zustandden untersuchenden Gerichtsarzt aufmerksam machen mus3. Enge und Derb-heit der Schamlefzen und der Mutterscheide kann dagegen auch im entjung-frauten Zustande zugegen sein, wenn der Beischlaf vor längerer Zeit miteinem klein begliederten Manne und nicht oft vollzogen, oder durch zusam-menziehende Mittel: z. B. Auflösungen von Alaun, Vitriol, sogenannte Jung-ferschaftsessige und Salben, die Verengerung der Scheide erkünstelt wurde.Zuweilen ist die Mutterscheide auch vonNatur sehr enge, nach Parent-DucJia-<Wei(Surla prostitution dans la ville de Paris. 1836) selbst bei vieljährigen Bor-dellmädchen. (Bohn, De oftic. med. dupl. T. II. cap. 3. p. 568. — Sc /tu-rig, Gynaecologia. p. 169. — I'lenk , a. a. O. S. 157. — Masius, Handb.d. gerichtl. Arzneiwissensch. Bd. I. Abth. 1. S. 196 ff.) Das Jungfrauen-häutchen, Hymen, Scheidenhäutchen (s. Genitalien) ist allerdings in derRegel als eine vorn in der Mutterscheide, hinter der Harnröhre befindliche,entweder runde oder halbmondförmige Duplicatur der Haut der Scheide, imjungfräulichen Zustande gegenwärtig und zerreisst gewöhnlich erst beim er-sten vollkommen geübten Beischlafe mit vorübergehendem Schmerze und ge-ringer Blutung. Es ist aber kein unfehlbares Kennzeichen der physischenJungfrauschaft, aus seiner Anwesenheit kann weder ein unumstösslicher Be-weis des vollzogenen Beischlafs, noch aus seinem Mangel begangene Un-keuschheit unfehlbar erwiesen werden; denn: 1) es kann das Hymen entwe-der gänzlich fehlen, oder eine gezackte, den myrtenförmigen Wärzchen ähn-liche Bildung haben, wie die an zarten Kindern gemachten Beobachtungenbeweisen: 2) es kann auch zerreissen oder zerstört werden, ohne Verletzungder Keuschheit, durch Springen, Reiten, zufällige äussere Verletzung.Metzger, a. a. O. 8. 530 — 535. 538. — Jiirg't Taschenbuch. S. 46. —l'aalzow's Magazin. Bd. VI. S. 116. — Zacchias , Ijib. IX. Tit. 3. Qu. 5.p. 776. —• Lieutaud, Hist. anat. pr. art. 14. — Tollberg, De varietate hv-raen. p. 9. §. 15. — Osiander, Denkwürdigkeiten II. S. 97. — v. Siebold,Journ. f. Geburtshülfe etc. Bd. 1. St. 3. S. 26. — Nägele, Erfahr, undAbhdlg. aus dem Geb. d. Krankh. des weibl. Geschlechts. Manheim 1812.S. 334. — Pytt Aufs. Bd. VIII. S. 210. — Masius, 1. c. p. 235. — Henke'sLehrb, S. 127. — Mende a. a. O.) Mende giebt das Zerreissen nach solchenEinwirkungen nicht zu (cfr. dessen Hdb. S. 441), wenn dabei nicht gleich-zeitig ein fremder Körper in den Eingang der Scheide gewaltsam eindringt,(f. C. Fischer, Über die Probenächte der deutschen Bauermädchen. Berl.1780. — Hiiderer, Anfangsgründe der Geburtsh., übersetzt von Henckenius.Jena 1793. Cap. 6. — Henke's Journ. 11. Ergänzungsh. S. 280.) IValllter d. &.(Über die weiblichen Geburtstheile. Berlin 1793) führt den Fall eines nachzwei Geburten wieder hergestellten Hymens an. (f. Siebold's Abbildungenaus der Geburtshülfe, nach dem Französischen des Maygrier. Berlin 1829. S. 33.)v. Siebold beachtete sowol in der Entbindungsanstalt zu Güttingen als auchin Marburg öfterer das Einschneiden des noch vorhandenen Hymens auf demGeburtslager, als der Kopf sich eben dem Ausgange näherte und die äussernGenitalien sich öffneten. Meckel besitzt die Geschlechtstheile einer Frau,welche geboren hatte und dennoch im Besitze des Hymens geblieben war.