HYSTERIA
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Grösse eines Eies ein lästiges Gefühl von Kälte vorher (Ovum hystericum);später verbreitet sich der Schmerz über die ganze Hälfte des Kopfs, dieserschmerzt heftig, das,Gesicht ist äusserst roth und die Adern pulsiren an derkranken Seite stärker als an der gesunden. Dazu gesellen sich Übelkeit,grosse Empfindlichkeit der Augen und Ohren, bis endlich Schlaf eintritt, derauf einige Zeit diese Beschwerden nebst der Migräne verschwinden machtund nur Wüstheit im Kopfe zurücklässt. d) Schwere hysterische Ohnmäch-ten, die häufig von der Art sind, dass Patientin kein Glied bewegen, nichtdie Zunge, kein Auge rühren kann; dabei ist anfangs noch deutlicher Puls-schlag; allmälig wird er matter, und sowie er verschwindet, wird auch dieTemperatur des Körpers vermindert und die normale Gesichtsfarbe wird zurTodtenblässe; es tritt völliger Scheintod ein (s. Asphyxia), und man hatschauderhafte Beispiele, dass solche Kranke, während sie vollkommen hörten,was um sie vorging, begraben worden sind und erst in der Erde ihren Todgefunden haben, e) Auch periodischer Somnambulismus und solche Geistes-zerrüttung sind zuweilen Symptome schwerer hysterischer Anfälle und ver-schwinden mit dem Aufhören derselben. 11) Was den Verlauf der Hy-sterie betrifft, so ist das Übel sehr langwierig, und es kann jahrelang, jadas ganze Leben hindurch anhalten. Verheirathung, Wochenbette und die De-crepitätszeit, wo bei Frauen die Katamenien zu fliessen aufhören, sind oftwichtige und entscheidende Momente, die das Übel heilten, das jahrelang allerKunsthülfe trotzte.
Eintheilung, Ursachen und Wesen der Hysterie. Man theilt dieKrankheit in Hysteria nervosa, dynamica und Hysteria cum materia. Ge-wöhnlich nimmt man an, dass die rein nervöse, immaterielle Hysterie weithäufiger als die materielle sei. Dies ist aber falsch; denn genau angestellte,nicht oberflächlich gemachte, Sectionen weisen fast immer materielle, or-ganische Abnormitäten, vorzüglich im Unterleibe, in der Leber, Milz, inden innern Geschlechtstheilen nach; namentlich verhärtete, vergrösserte,angeschwollene, zuweilen seröse, gelbliche, schwärzliche, fettige, käsige,erdige Massen enthaltende Ovarien, Hydatiden und Sackgeschwülste darin,degenerirte Muttertrompeten, oft geringe Scirrhositäten des Uterus, fernerseröse Feuchtigkeiten zwischen dem Rückenmark und seinen Hüllen etc.In drei Fällen litten die Kranken jahrelang an Hysterie, waren höchst lei-denschaftlich und starben zuletzt an Hydrops pectoris und pericardii. DieSection zeigte grosse Anomalien im Bau des Herzens, Verknöcherung derValveln etc. ( Most ); also auch Herzfehler müssen hier nicht selten sein.Kann eine Carditis unter der Form von Chorea St. Viti auftreten, wie die-ses Dr. Rüser (Hufeland's Journ. Bd. LXVII. St. 5. 1828. S. 54) beob-achtet hat, so lässt es sich auch wol denken, dass hysterische Zufälle, be-sonders schwere Ohnmächten, von chronischen Herzfehlern herrühren können.Es lässt sich nicht erwarten, dass ein Übel, welches jahrelang dauert, mitallerlei Verdauunesbeschwerden, Krämpfen und andern Gebrechen verbun-den ist, wobei offenbar die Production leidet, in seinem Verlaufe rein dy-namisch bleiben sollte; gegentheils müssen wir annehmen, dass gerade diedurch die häufigen Anfälle hervorgerufenen materiellen Veränderungen essind, welche bei längerm Verlaufe des Übels wiederum als Ursache wirkenund das vorzüglichste Moment der Hartnäckigkeit der Hysterie ausmachen.Eine weniger wesentliche Eintheilung ist die in die periodische und aty-pische Hysterie. Indessen ist ihre Berücksichtigung doch nicht ganz ohnepraktischen Werth; denn in den mittlem Graden hat die Hysterie den remit-tirenden Charakter, im niedern und höchsten Grade ist sie intermittirend. So•z. B. beginnt bei Manchen das Übel rein intermittirend, es zeigt sich nurim Frühling, im Herbst, oder alle Monate zur Menstruationszeit; später wirdes remittirend lind bleibt oft so viele Jahre hindurch. In seltenen Fällenwird es aber wiederum beim Ubergange in Epilepsie intermittirend. Ursa-chen der Hysterie. Das Wesen oder die nächste Ursache der Krankheitist fehlerhafte Production im Nervensystem, mangelnde Harmonie in derThätigkeit zwischen Gehirn-, Rückenmark- und Gangliensystem. Dies bc-