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1 (1838) A - K
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FALLSUCHT

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meine Punkte aufmerksam: 1) die obengenannten Vorboten der Anfälle deu-ten jedesmal auf Störung des psychischen Gesundheitszustandes, namentlichdie Betäubung, der Schwindel, dass Kopfweh, die Gedächtnissschwäche, dieUnfähigkeit zum Nachdeuken. Sie sind bei begangenen Handlungen auchda zu berücksichtigen, wo man bei dem Individuum quaest. auch keine aus-gebildete Seelenstörung wahrnimmt; bei eingewurzelter Epilepsie mit häu-figen Anfällen sind sie oft anhaltend zugegen. Hier ist der Kranke durch-aus für unfrei zu erklären; bei neuer Krankheit mit seltenen Anfällen abernur so lange, als diese Zufälle sich zeigen, in der Regel 24 Stunden vorund 24 Stunden nach den Anfällen (Most). 2) Die genannten Zufälle —sagt Henke (a. O. S. 37.) — köunen bei einer Fallsucht, die seltenere An-fälle, z. B. nach einem Zwischenräume von mehreren Wochen oder selbstvon Monaten macht, eine Zeitlang fehlen, der Kranke kann sich dabeischeinbar wohl befinden, ohne dass er deshalb als frei und des ungestörtenVernunftgebrauches mächtig betrachtet werden dürfe. Wenn auch immer-hin die Krankheit für den Augenblick zu schweigen scheint, die Bispositiondes durch sie abnorm gestellten psychischen Zustandes zu gewaltsamen Aus-brüchen ist deshalb noch nicht verschwunden und die Herrschaft derVernunft wieder gegeben. Nicht immer, wo keine Äusserung einerKrankheit ist, ist auch keine Krankheit selbst zugegen, sowie auch derGrad der Krankheitsäusserungen nicht immer auf den Grad der Krank-heit selbst zu schliessen berechtiget, und wir müssen hier noch beden-ken, dass in so manchen Fällen der epileptische Anfall nur als die Kriseund der Ausgang eines lange schon im Innern fortwirkenden krankhaftenVorganges betrachtet werden muss, der aber leicht verkannt werden kann,weil er keine heftigen und in die Augen fallenden Symptome hervorbrachte.3) Je kürzer die Zwischenräume der epileptischen Anfälle und je deut-licher der Habitus der Kranken und die Physiognomie des eingewurzeltenLeidens zugegen sind, — je länger der Kranke nach jedem Anfalle in tie-fem Schlummer liegt, je unbesinnlicher er daraus erwacht und verkehrteHandlungen aller Art unternimmt, wild um sich schlägt, entläuft u. s. w.,um so weniger kann der Epileptische für der freien Vernunft und Selbstbe-stimmung fähig erklärt werden. Es giebt aber auch Epilepsien, wo dieAnfälle nach meinen zahlreichen Erfahrungen höchst selten kommen, z. B.nur im Frühling und Herbst, oder alle 8 bis 12 Wochen, wo der Krankealsdann 2, 3, 6 und mehrere Tage hindurch täglich 1, 2 und mehrere hef-tige epileptische Anfälle erleidet, und die ganze Zeit hindurch höchst unbe-sinnlich und seines Vernunftgebrauchs beraubt ist. Hier ist das Übel ganzbesonders hartnäckig und tief eingewurzelt, und auf diese Fälle hat manbis jetzt zu wenig geachtet; weder Henke noch Friedreich haben ihrer er-wähnt, weil es ihnen an hinreichenden Erfahrungen gefehlt, obgleich sieganz richtig Epileptische, welche an einem schwachen Kopfe leiden, derTrunksucht ergeben sind, oder sich in einer Evolutionsperiode befinden, fürbesonders unfrei erklären. Fast bei allen wahren Epileptischen habe ichbeobachtet, dass, wenn ihre gewohnten Anfälle 1, 2, S und mehrere Wo-chen ausbleiben, der dann folgende Paroxysmus viel bedeutender und schwe-rer als gewöhnlich ist und das Gehirn ganz besonders stark leidet. Diesscheint auf etwas Kritisches, das sich durch die Anfälle ausspricht, zudeuten (Moji), Es muss der Gerichtsarzt bei Bestimmung, ob Zurech-nung stattfinde oder nicht, diesen Umstand von ungewöhnlich starken An-fällen wohl beherzigen. 4) Erfahrungsgemäss werden Epileptische, wegenihres stets gereizten Gehirn- und Nervensystems, sehr leicht und durch diegeringsten Veranlassungen zum Zorne und zur Rachsucht aufgeregt. Nachmeinen zahlreichen Erfahrungen ist selbst der gebildete Epileptische nichtim Stande, zu allen Zeiten seine Affecte und Leidenschaften durch die Ver-nunft zu |beherschen; am wenigsten ist dies der Fall bei schnellem Witte-rungs- und Mondwechsel (s. Atmosphäre), und dann sind jene die vor-züglichste erregende äussere Ursache des Anfalls. Die Epileptischen sindzu solchen Zeiten, wie alle übrigen psychisch Kranken, mehr als gewöhnlich