286 CALTHA PALUSTRIS - CAPSICUM ANNUUM
Giftpflanzen. (S/JGift.) Auch unsere in Töpfen gezogene^beliebte Callaaethiopica gehört zu den scharfen Giftpflanzen.
Caltha palustris, s. Dotterblume.
Calx viva (Vergiftung dadurch), s. Kalk.
Cainbogia Gutta, 3. Gummigutt.
Canalis cibarius, s. Darmcanal.
Canalis^inguinalig, Leistencanal, s. Bauchring.
Canalis vertebralis, s. Wirbelsäule.
Cancer ruricola, die schwarze Landkrabbe, in Westindienund des benachbarten Landstrichen. Ist nach Gmelin (Geschichte d. Pflan-zengifte. 2te Aufl. S. 685) [und nach Chüholm (Gilbert'» Annalen d. Phy-sik. Bd. 70. 1822. S. 286), wenn sie die Frucht der Hippomane Mancincllaverzehrt hat, giftig, so dass der Genuss ihres Fleisches schon Menschengetödtet hat.
Canis scabiosus, 9. Räude.
Cannabis sativa L., s. Hanf.
Cantliarides, s. Spanische Fliegen.
Capillargefässe, s. Gefässe des menschlichen Körpers.
Capita papaveris, s. Opium.
Capsella bursae pastoris, s. Brot.
Capslcin. So nennt Bucholt denjenigen Stoff, in welchem das soausgezeichnet Brennende und Wirksame de» spanischen Pfeffers ( Capticumannuum ) seinen Sitz hat, und durch Ausziehen des weingeistigen Kxtractsdurch Schwefeläther in der gewöhnlichen Temperatur, und durch Verdun-sten erhalten wird. Das Capsicin hat eine dunkelgelbrothe Farbe, einennicht unangenehmen, eigentümlichen, balsamischen Gerurh, einen eigenen,schwach balsamischen Geschmack, der gleich darauf in ein heftiges anhal-tendes Brennen übergeht, und bei grösserer Menge Entzündung des Mun-des, Schlundes und Beiäubung des Geschmacks bewirkt, — hat eine balsa-mische Consistenz, zersetzt sich, über der Weingeistlampe erhitzt, unterVerbreitung eines dicken, weissen, stark zum Niesen und Husten reizendenDampfes, löst sich in starkem Alkohol, der dadurch rothgelb gefärbt wird,leicht auf, desgleichen in Terpenthiuöl, Schwefelnaphtha, Mandelöl, welchedann im Geschmack anhaltend brennend werden. (S. B. Maurach in Berl.Jahrb. d. Pharmacie. 1816. S. 190- — Pfaffe Mat. med. Th. 6. S. 383.)
Caps!cum annuum L., spa nisch er Pfeffer, gehört in die fünfteClasse des Linne und zu der natürlichen Familie der Solaneen nach Jus-»ieu, wächst iu Ost- und Westindien, wird bei uns in Gärten cultivirt,unterscheidet sich von Solanum durch die freistehenden Staubfäden, derenAntheren sich in der Länge öffnen. Auch die vielgestaltete Beere hat blosau der Basis ein Mittelsäulchen. Die bald runde, länglich ovale, erst grüne,später orangefarbene Schote, der sogenannte spanische Pfeffer ( Piperindicum, s. turcicum, 1. hispanicum) enthält viel kleine, glatte, platte, nie-renförmige Samen, schmeckt, gleich diesem, anhaltend scharf, sehr brennend,und erregt auf der Haut einen juckenden Ausschlag und Blasen. Der reifegepulverte Same soll unter dem Nainen Cayennepfeffer ( Piper Cayen-nense ) aus Westindien zu uns kommen. Sowol das Pulver als die geistigeTinctur und das Capsicin , welche in der Medicin gegen torpiden Typhus,Lähmungen, gegen Cholera orientalis, böse Wechselfieber, gelbes Fieber etc.gerühmt werden, können in grossen Dosen Vergiftungszufälle erregen, diedenen der Venena plantarem acria, der ätzenden Schwämme etc. gleichen.