44 Ursachen, welche die Krankheiten
üble Wirkung sie hervorbringen. Ein gesunderMensch würdeganz g?wiß in ein Entzündungs-Fie-der verfallen, wenn er die Menge Wein, Theriack,u.s. w. zu sich nähme, dieein Bauer bisweilen ein»nimmt, wenn er schon eine solche Krankheit hat.Wie wäre es also möglich,daß er nicht davon ster-ben sollte? Er stirbt, und bisweilen mit einer er-staunlichen GcstiMindigkeit. Unglücklicher Weisehat ein jeder die schrecklichen Exempel davon inMenge um sich her.
§. 16.
Vielleicht wird man mir einwenden, daß dieKrankheiten oft durch den Schweis geheilet wer?den, und daß die Erfahrung solches bezeuge. Ichantworte: Es ist wahr, der Schweis heilet einigeKrankheiten in ihrem Anfange, als das falscheSeitenstechen, einige andere rheumatische Schmer-zen und Flüffe; aber nur wenn diese Krankheitenvon einer gehemmten Ausdünstung herrühren, wennder Schmerz sich sogleich äussere, und wenn manalsobald, ehe das Fieber die Säfte verdicket undentzündet, oder eine Verstopfung sich geseßet hat,einige erwärmende Getränke zu trinken giebet,die Ausdünstung dadurch wiederum Hersteller,und die Ursache der Krankheit hebt. Selbst als-dann muß man sich hüten, eine gar zu starke Be-wegung in dem Geblüte zu erwecken, welche denSchweis mehr hindern als beföroern^vürde; unddie Fliederblumen, als Thee getrunken, scheinen
mir