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Anleitung für den geringen Mann in Städten und auf dem Lande in Absicht auf seine Gesundheit
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70
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70 Von den wahren Mitteln,

Begierde und ihr Willezu sehr unterdrücket wird.^)Man hat auch unter großen Mannern noch keinengefunden, der nicht heftige Begierden gehabthätte. Die ältern Zeiten hatten davon vieleMuster. Aber in unsern Tagen werden die Men«schen nicht von Natur, sondern durch die Auferzie,hung weichlich, furchtsam, falsch, trage, und sowohl sich selbst als ihrem ganzen Geschlechte uwnützlich, wo nicht gar schädlich.

Wie leicht sollte es uns nicht fallen, das Herzunserer Kinder kennen zu lernen, wann wir sienicht zu frühe abschreckten, uns dasselbe, wie esist, zu zeigen!

Ist ihr Gemüth fehlerhast, so kann ihnen dieiiebe zur Tugend durch keine harte Begegnung

bey.

*) Man steht leicht, daß der Verfasser Eltern undLehrer von de > ohnehin vergeblichen Bemühungen«brache, den eigenthümlichen Character derKinder ganz zu unterdrücken und auszurotten.Kein Grundsatz ist bey der Kindererziehung unver,nünftiger und allgemeiner, alswr:i^Nan müsse«den Rindern ihren eigenen Willen aus--»schlagen; Rinder müssen keinen willenhaben.» Vernünftige Kindererzieher müssendie Triebe und Affekten der Kinder, diese würkisamen Triebfedern der Seele, zu ihren Absichtenzu nutzen wissen. Sie müssen sie auf gute, edleund große Handlungen lenken, durch rügend--hafre Grundsätze sie regieren lehren; miteinem Worte, sie müssen den Willen, anstatt ihnzu unterdrücken, verbeisirn, und, anstatt Skla-ven, freye Wesen bilden. F.

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