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1 (1875)
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Klectiumotorisehe Kraft dos Muskels. Innere Vorgange bei ilcr Muskelcontnieiinn.

Electromotorische Kraft des Muskels.

Auch, die electromotorische Kraft des Muskels ist untersucht wor-den. Ucber sie erfahrt man durch die einfachen Multiplicatorversuchonichts; man erfahrt bestenfalls, wenn nämlich der Multiplicator graduirt,oder das Gesetz seiner Ablenkungen bekannt ist, etwas über die Stärkedes Stromes, welchen man vom Muskel ableiten kann. Wenn man aberden Strom im Multiplicator durch einen andern Strom compensirt, soerfährt man auch etwas über die electromotorische Kraft des Muskels.Indem der compensirende Strom durch dieselbe Leitung hindurchgeht,hat er dieselben Widerstände zu überwinden; es muss also auch dieelectromotorische Kraft des compensirenden Stromes gleich sein der descompensirten. Ich kann also auf dem Wege der Compensation die electro-motorische Kraft in den Muskeln bestimmen. Es hat sich in den hieraufgerichteten Versuchen von du Bois gezeigt, dass sie gar nicht geringist, sie beträgt 0,08 von der electromotorischen Kraft eines Daniell'schenElementes und kann sogar bei gewissen Anordnungen bis auf 0,14 Daniellsteigen. Später hat Engelmann die electromotorische Kraft des Muskelsam Thonison'schen Quadrant-Elcctrometer direct bestimmt und er ist zudemselben Kesultatc wie du Bois gelangt.

Innere Vorgänge bei der Muskelcontraction.

Wir' müssen jetzt noch einmal auf den Process der Muskelcontractionim Ganzen zurückgehen. Wir haben gesehen, dass der Muskel, indem ersich contrahirt, einer neuen Gleichgewichtsfigur zustrebt, und zwar inder Weise, dass die einzelnen sarcous elements kürzer und dicker werdendurch eine veränderte Anordnung ihrer Theilchen. Wir haben gesehen,dass diese veränderte Anordnung der Theilchen durch eine Veränderungdes electrischen Verhaltens des Muskels eingeleitet wird, durch die nega-tive Stromschwankung. Wir haben weiter gesehen, dass durch die Muskel-contraction eine beträchtliche Arbeit geleistet werden kann. Da nunaber die Consistenz des erschlafften Muskels zeigt, dass in ihm keinemechanischen Spannkräfte angehäuft sind, so muss ein chemisches Aequi-valent für die Arbeit vorhanden sein, das heisst es muss auf chemi-schem Wege die lebendige Kraft aufgebracht werden, welche die Arbeitrepräsentirt.

Dass bei der Contraction ein chemischer Process in dem Muskelstattfindet, hat zuerst Helmholtz nachgewiesen, indem er die tetani-sirten und nicht tetanisirten Muskeln von Fröschen nach einander mitWasser, Alkohol und Aether auszog und zeigte, dass bei den tetanisirtendas Wasserextract ab- und das Alkoholextract zugenommen hatte. Wirkönnen auch jetzt nicht sagen, dass wir im Grossen und Ganzen eineEinsicht in die Natur dieses Processes haben, aber einzelne Thatsachensind uns bekannt. Bekannt ist uns nach den Versuchen von Nasse undvon S. Weiss, dass Glycogen bei der Muskelcontraction verbraucht wird,ferner, dass auch Zucker verbraucht wird, dass das Glycogen sich nichtblos in Zucker umwandelt, sondern dass Milchsäure gebildet wird. Wirglauben auch, dass Inosit in Milchsäure umgewandelt wird, weil die Milch-