Spätere Modificutionen der Apparate.
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Erdmagnetismus compensirt, nicht mit dem aufgehängten Magnete inVerbindung zu bringen; man weist ihm seine Stellung fix, oder vonunten nach oben verschiebbar darunter, oder in veränderlicher Lage undEntfernung seitlich an, und es ist du Bois gelungen, diesen Magnetauf eine solche Weise anzubringen, dass der schwebende Magnet mög-lichst bald zur Ruhe kommt. Er geht in der That direct in die neueGleichgewichtslage über, ohne merkliche Schwingungen um dieselbe zumachen. Es beruht dies auf Anschauungen und Rechnungen, welcheursprünglich von Gauss ausgegangen sind, aber deren praktische Con-sequenzen früher nicht zur Ausführung kamen.
Es ist die nach den soeben auseinandergesetzten Prihcipien con-struirte Wiedemanii'schc Bussole, welche jetzt am meisten bei electrisch-physiologischcn Arbeiten gebraucht wird.
Auch mit den Zuleitungsgefässen sind wesentliche Veränderungenvorgegangen. Es hat sich zunächst gezeigt, dass die Platinplatten mitKochsalzlösung keineswegs die vorteilhafteste Combination waren, welcheman anwenden konnte, es hat sich gezeigt, dass es vorteilhafter ist,statt des Platinbleches amalgamirtes Zinkblech anzuwenden, welches ineine concentrirte Lösung von Zinkvitriol taucht. Diese Combination hatden Vorthcil, dass sich, wenn die Platten gut amalgamirt sind, von vorne-herein keine redenswerthen Differenzen im Stromkreise zeigen; wennman mit einem Papierbausch schlicsst, der mit einer eoncentrirton Lösungvon Zinkvitriol getränkt ist, so verändert die Nadel ihren Stand nicht.Zweitens aber erweisen sich solche Platten als unpolisirbar. Wenn manden Muskel aufgelegt hat, und man nimmt ihn fort, so sind die Plattenin dem früheren Zustande, sie geben, wenn man jetzt mit einem mitZinkvitriollösung durchfeuchteten Papierbauschc schliesst, keinen Aus-schlag in entgegengesetzter Richtung.
Statt der mit Eiwciss getränkten Blascnstücke, durch die mansonst die thierischen Thoile vor dem Angeätztwerden durch die Salz-lösung der Bäusche schützte, wendet man jetzt vielfältig Thon an, wel-cher mit dreiviertelprocentiger Steinsalzlösung angeknetet ist. In solcherLösung erhalten sich nach Kölliker's Erfahrung Muskeln und Nervenso lange leistungsfähig, wie in dem der Circulation beraubten Körperselber und werden demgemäss auch durch längere Berührung mit demdamit angekneteten Thone in ihren electromotorischen Eigenschaftennicht verändert.
Statt der in Thon- oder Glasgefässen stehenden Bleche wendet manjetzt meistens nach du Bois Vorgang als Electroden Zinkgefässe an, dieinwendig amalgamirt sind, und die mit concentrirter Lösung von Zink-vitriol gefüllt sind. Nur um an einzelne Stellen des Muskels besserherankommen zu können, benützt man noch Bleche, die dann, lang undschmal geschnitten, in entsprechend weiten, platten Glasröhren stecken,welche mit einer Zinkvitriollösung gefüllt sind. Vorn knetet man einenkonischen Knopf aus Thon an, der mit verdünnter Kochsalzlösung ange-macht ist. Indem diese Electroden mittelst Kugelgelenken frei im Räumebeweglich gemacht werden, kann man ohne den Muskel selbst in seinerLage zu verändern, hintereinander verschiedene Stellen seiner Oberflächeableiten und so seinen electrischen Zustand innerhalb eines Gebietes vonwenigen Quadratmillimetern erforschen.