Flnmnei-bewegung.
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zurückzulegen, wurde gemessen, einmal wenn nicht mit electrischenSchlägen gereizt wurde, und das andere Mal während gereizt wurde,und in der That ergaben sich die Zeiten, während welcher gereizt wurde,immer als die beträchtlich kürzeren. Einer ähnlichen Vorrichtung hatsich Engelmann bedient, um nachzuweisen, dass auch die Wärme einenbeschleunigenden Einfluss auf die Flimmerbewegung ausübt.
Was sich an den Flimmern bewegt, und wie sich dieselben bewegen,wissen wir nicht genau. Die Bewegung scheint von ihnen selbst auszu-gehen, nicht von dem Protoplasma, denn in den Fällen, welche ich vor-her erwähnt habe, und in welchen man das Protoplasma ganz unabhängigvon der Zellenmembran vor sich hat, findet man dasselbe in völligerRuhe, während die nach allen Seiten auseinander gefallenen Härchensich lebhaft bewegen. Andererseits aber macht es oft den Eindruck, alsob die Spitzen der Härchen sich passiv bewegten. Es muss also wahr-scheinlich die Bewegungsursache wesentlich in dem unteren Theile jedereinzelnen Cilie gesucht worden.
Man kann sich von der Wirkung der Flimmerbewegung nicht alleindurch das Mikroskop überzeugen, sondern, wie wir gesehen haben, istdie mechanische Kraft, welche aufgebracht wird, hinreichend, um einengehörig äquilibrirten Siegellacktropfcn aus seiner Gleichgewichtslage zubringen. Man kann sich von der Flimmerbewegung auch dadurch über-zeugen, dass man auf eine flimmernde Oberfläche, z. B. auf die Bachen-oder Gaumenfiäche eines Frosches, eine kleine Menge Kohlenpulver bringt.Man sieht dann, dass das Kohlenpulver durch die Flimmerbewegungfortgeschoben wird, und man kann sich deshalb sehr gut vorstellen, wieauch Schleim und andere Theilchon auf den lebeudon Oberflächen durchdie Flimmerbewegung fortbefördert werden. Wir haben ja gesehen, dassdie Flimmerbewegung das wesentlichste Hilfsmittel ist, um den Bronchial-schleim gegen die Stimmritze fortzuschaffen, so dass er ausgeräuspertwerden kann, während, wenn die Flimmern fehlen, es anhaltenderHustenanfälle bedarf, um denselben zur Stimmritze horauszubefördern.
Von den Traeten der Flimmerbewegung haben wir bereits einenkennen gelernt, nämlich den im Respirationsorgane. Die Flimmerbewegungfängt hier an mit einer Linie, welche vom vorderen Rande der Nasen-beine zum vorderen Nasenstachel gezogen wird. Sie setzt sich von hieraus durch die Nasenhöhle mit Ausnahme eines gewissen Gebietes, vondem wir später sprechen werden, fort und ebenso in die Nebenhöhlender Nasenhöhle, in die Stirnhöhlen, in die Highmorshöhle, steigt auf derRückseite des Rachens herunter bis zur Höhe des zweiten Halswirbels,wo geschichtetes Pfiasterepithel auftritt, welches von nun an den Schlundauskleidet und als eine Fortsetzung des Pflastercpithels in der Mundhöhlezu betrachten ist. Vom Rachen aus erstreckt sie sich über die TubaEustachii und mit inconstanten Grenzen über den grössten Theil derTrommelhöhle. Ferner fängt sie wiederum auf der Rückseite des Kehl-deckels an und geht nun durch die ganze Trachea und durch dasBronchialsystem hindurch, bis in die feinsten Bronchien hinein. Im Rachenkreuzen sich also gewissermassen zwei Tracte von Epithel, erstens derTract des geschichteten Pflastercpithels, welches von der Mundhöhle herab-steigt und in den Oesophagus geht, und zweitens der Tract des Flimmer-epithels der Respirationsschleimhaut, der von der Nasenhöhle durch den