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Fliimnorbcwegung.
anfangs die Flimmerbewegung mit gleicher Intensität fort. Nach dem Todeaber ermattet sie früher oder später, bei Säugethieron im Allgemeinenfrüher, bei Amphibien im Allgemeinen später, so dass bei Fröschen undSchildkröten noch 9 Tage nach dem Tode des Individuums Flimmer-bewegung beobachtet worden ist. Auch beobachtete 0. Bocker durcheine Ecihe von Tagen noch Flimniorbewegung in dem Nobcnhodcnkanaleeines Schweinehodens, welcher täglich nach der Untersuchung wieder inden Keller, also in eino niedere Temperatur, gebracht wurde. Wenn dieFlimmerbewegung nachlässt und anfängt zu ermatten, so kann man deut-lich die einzelnen Härchen wahrnehmen, welche man anfangs nichtdeutlich in ihrer Bewegung vorfolgen konnte. Man sieht dann, dass eswesentlich zweierlei Typen der Bewegung gibt. Der eine besteht darin,dass jede einzelne Flimmer sich wie eine Gerte niederbeugt, und derandere besteht darin, dass eine wellenartige Bewegung nach der Längeder Cilicn abläuft. Diese letztere Art der Bewegung sieht man nament-lich schön an den sehr langen Cilien im Kanäle des Nebenhodens. Früheroder später nach dem Tode hört, wie gesagt, die Flimmerbewegung auf.Virchow beobachtete, dass er, wenn dieser Stillstand erst vor Kurzemeingetreten war, die Flimmern durch Zulassen einer sehr verdünntenKalilösung noch wieder in Bewegung setzen konnte. Man hat dies soaufgefasst, als ob das Kali als Reizmittel wirke. Man kann es aber auchso auffassen, dass der Stillstand zunächst noch nicht herrührt vom Ab-sterben der Flimmerzellen, sondern dass er herrührt von einer Ver-dickung des Schleimes, in dem sie sich bewegen. Fast in allen thieri-schen Flüssigkeiten treten nach dem Tode partielle Gerinnungen ein,durch welche ihre Consistcnz vermehrt wird. Wenn nun das auch beimSchleime eintritt, so können die Flimmerhaare noch an und für sichbeweglich sein, diese Beweglichkeit kommt aber nicht mehr zur Erschei-nung, weil der Widerstand des umgebenden Mediums zu gross ist. Wennnun durch eine geringe Menge von Kali der Schleim flüssiger wird, sokönnen sich die Flimmerhaare von Neuem darin bewegen.
Durch Säuren, auch durch sehr verdünnte, wird die Flimmer-bewegung aufgehoben, weil diese in der Flüssigkeit, in welcher dieHaare schlagen, einen Mucinniederschlag hervorbringen; durch con-centrirte können natürlich auch die Flimmerhaare selbst angegriffen,beziehungsweise zerstört werden.
Früher nahm man allgemein an, dass die Flimmerzellen nicht afficirtwürden durch eloctrische Ströme; man hatte bei der Anwendung derselbenimmer ein negatives Resultat erhalten. Kistiakowsky hat aber durchmessende Versuche in Kollet's Laboratorium gezeigt, dass die eloctrischonStröme in der That einen beschleunigenden EinfLuss auf die Flimmer-bewegung ausüben. Er begnügte sich nicht damit, die Cilien in ihrerBewegung zu beobachten, sondern brachte an einem Coconfadcn einenkleinen Siegcllacktropfen an und Hess den Coconfadcn so herab, dassder Siegcllacktropfen eben mit möglichst wenig Reibung auf der flimmern-den Oberfläche aufruhte. Er brachte dieses so angefertigte Pendel umein sehr geringes aus seiner Gleichgewichtslage und beobachtete nun,wie es nach der andern Seite hin aus der Gleichgewichtslage herausauf der flimmernden Oberfläche fortgeführt wurde. Die Zeit, welche esbrauchte um auf der flimmernden Oberfläche eine bestimmte Strecke