Fliinracrbcwcgung.
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Cylindcropithelicn. Die Gylihderzelleri selbst sind bald mehr cylindrisch,beziehungsweise prismenförraig, bald mehr becherförmig und die Flim-mern , die Härchen, bedecken ihre ganze freie Oberfläche. Nach denAbbildungen, welche davon gegeben sind, sollte man manchmal glauben,dass auf jeder Zelle nur eine geringe Anzahl von Flimmern sich befinde.Das ist aber keineswegs der Fall. Die Zahl der Flimmern ist immersehr gross, und die einzelnen Flimmcrfäden siud so dünn, dass sie selbstbei den stärksten Vcrgrösserungen, über die wir gebieten, noch keinenmit Sicherheit messbaren Durchmesser haben.
Es wurde früher behauptet, dass sie auf der Zellenmembran auf-sitzen, oder dass sie in dieselbe eingepflanzt seien. Das ist beides gleichunrichtig, denn dort, wo die Flimmern eingepflanzt sind, ist gar keineZcllcnmembran vorhanden. Die Zellenmembran der Flimmerzellen istdeutlich becherförmig und oben offen, gerade so, wie die Zellenmembrander übrigen Cylindcrzellen. Die Flimmern sind eingepflanzt direct indas Protoplasma, und zwar scheint der eingepflanzte Thcil etwas verdicktzu sein. Es existirt auch hier keine besondere, durch ihre Brechbarkeitunterscheidbare Protoplasmaschicht, der Schein davon entsteht nur da-durch, dass die eingepflanzten Cilien anders brechen als das Protoplasma,in welches sie eingepflanzt sind.
Schon vor einer sehr langen Reihe von Jahren sagte einmal einenglischer Mikroskopiker, die Flimmern bewegten sich noch, wenn mannur den oberen Theil der Zellen abschneide, wenn man aber die Flimmernselbst abschneide, dann bewegten sie sich nicht mehr, dann blieben siein Ruhe. Ich habe Gelegenheit gehabt, mich von der Richtigkeit derersteren Angabo zu überzeugen. Wenn man vorsichtig mit dem Messerüber die flimmernde Oberfläche hingeht, so bekommt man leicht Ab-schnitte von Protoplasma, welches sieh nun unrogelmässig zusammen-zieht, und auf dessen Oberfläche sich die Flimmern nach Art eines nachallen Seiten hin auseinanderfallenden Haarschopfes zeigen und dabei nochin voller Bewegung sind. Hier kann man auch deutlich sehen, dass dieFlimmerhaare nicht in eine Membran, sondern dass sie in das Proto-plasma selbst eingepflanzt sind. Davon kann man sich auch noch aufandere Weise überzeugen. In den ersten Stadien des Schnupfens, wo einreichliches, sehr flüssiges Secret abgesondert wird, findet man häufig indemselben birnförmige Körper, welche am dicken Ende mit Härchenbesetzt sind, durch deren Bewegung sie im Secrete herumgetriebenwerden. Wenn man sie näher ansieht, so findet man einen Kern darinund in der That sind sie nichts anderes als die Zellenleiber der Flimmer-zellen, die Elementarorganismen, welche aus dem dütenförmigen Gehäuseherausgetreten und in das Secret übergegangen sind und nun durch dieauf ihnen befindlichen Cilien in dar Flüssigkeit umhergetrieben werden.Wir haben schon einen analogen Vorgang im Darmkanale kennen gelernt,wo wir gesehen haben, dass hier unter pathologischen Verhältnissen dieZellenleiber aus ihren becherförmigen Membranen austreten, und dassdadurch sogenannte Becherzollen, leere Becher, leere Düten, entstehen.
Die Flimmerbewegung ist vom Nervensysteme unabhängig. Es istniemals gelungen, durch Reizung von Nerven die Flimmerbewegung zuverstärken, und auch an Zellen, welche von ihrem Mutterboden getrenntsind, ja, wie wir gesehen haben, an Fragmenten von solchen Zellen dauert