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Mechanismus der Harnsecrefcioni
quellen macht und in scheinbare Lösung überführt, wie dies bei Anwen-dung von Essigsäure oder Phosphorsäure der Fall ist,
Wenn bei richtiger Reaction beim Kochen keine Trübung entstand,so ist kein natives Eiweiss im Harne enthalten gewesen. Man versetztdann, wenn man die Untersuchung vervollständigen will, eine Probe des-selben mit Essigsäure so weit, dass sie stark sauer reagirt. Man lässt sieeine Weile stehen, um zu sehen, ob sich etwa Mucin daraus abscheidetund filtrirt. Die filtrirte Flüssigkeit versetzt man dann mit einem gleichenVolum einer concentrirten Lösung von schwefelsaurem Natron und erhitztnun dieses Gemisch zum Siedon. Bisweilen gibt diese Probe noch einpositives Ecsultat, wenn die andere Probe ein negatives gegeben hat.Man hat aber kein Recht aus dieser Probe auf natives Eiweiss zuschliessen, weil in sehr salzreichen Lösungen bei saurer Reaction auchandere Eiweisskörper sich in der Siedhitze ausscheiden.
Endlich besteht noch eine Probe, welche manchmal angewendetwird, darin, dass man concentrirte Salpetersäure und den zu unter-suchenden Harn übercinanderschüttef. Bei normalem Harne bleibt dieBerührungsfläche zwischen beiden Flüssigkeiten hell und durchsichtig,bei eiweisshältigom Harne bildet sich aber in jener Berührungsflächedurch die Eiweissausscheidung, welche die Salpetersäure veranlasst, einetrübe Schicht. Diese Probe ist sehr empfindlich, aber sie ist deshalbnicht zu empfehlen, weil man hier weniger als bei irgend einer derandern Proben weiss, was eigentlich der ausgeschiedene Körper ist, undwomit man es zu thun hat.
Mechanismus der Hariisecrction.
Nachdem wir die Bestandteile des Harns kennen gelernt haben,gehen wir über zu der Art und Weise, wie er secernirt wird. Ludwighat in seiner Habilitationsschrift eine Theorie von der Secretion desHarns gegeben, welche noch immer von allen die wahrscheinlichste ist.Dieselbe sagt aus, dass durch den Druck, unter dem das Blut in denAesten der Arteria renalis steht, die krystalloiden Substanzen und Wasseraus den Glomerulis abfiltrirt werden und in die MalpigTii'schen Kapselnhineingelangen. Sie sagt aus, dass der so erzeugte Harn ein sehr ver-dünnter ist, dass er sehr viel Wasser enthält, und wenig von den eigent-lichen Harnbestandtheilen, weil dieselben sämmtlich auch im Blute nurin relativ geringer Menge enthalten sind, dass aber dann der Harn sichdurch einen Diffusionsprocess concentrirt, während er seinen Weg machtdurch die Tubuli contorti, durch die Henle'schen Schleifen, dann wiederzurück durch einen Tubulus contortus in die Tubuli recti hinein und soendlich in das Nierenbecken.
Dass der Harn zunächst in den Malpighi'schcn Körperchen abfiltrirtwird, darüber kann wohl kein Zweifel sein. Hier liegen die Schlingender arteriellen Gefässe, hier ist ein grösserer Druck als in den Capillar-gefässen. Die Schlingen der arteriellen Gefässe sind von einer überausdünnen Membran überzogen, es. sind also die Bedingungen für eineFiltration von Flüssigkeit gegeben. Dass hiebei nur Wasser mit den-jenigen Substanzen abfiltrirt wird, die wir später im Harne finden, isteine Thatsache, die ebenfalls nicht weiter bewiesen zu werden braucht,