Eiter, Schleim, Blut und Blutplasma (Fibrin, Eiweiss) im Harn.
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beim Steinschnitt nothwendig den Harn nicht alkalisch werden zvi lassen;deshalb bediente er sieh der Phosphorsäure, um vorübergehend einegrössere Menge von Säure in den Harn gelangen zu lassen.
Eiter, Schleim, Blut und Blutplasma (Fibrin, Eiweiss) im Harn.
In den Harn können ausserdem übergehen Schleim, Eiter und Epi-thelzellen aus den verschiedenen Theilen der Harnwege und endlich dasBlut als Ganzes oder das Blutplasma, welches anormaler Weise die Wan-dungen der Harnkanälchen durchdringt, während die Blutkörperchen nochzurückgehalten werden. Dieses Blutplasma gerinnt manchmal ausserhalbdes Körpers, wenn der Urin gelassen ist. Es ist manchmal in solcherMenge darin enthalten, dass der Harn gallertartig zitternd wird, oder dassman doch ein zusammenhängendes gallertartiges, später beim UrnschüttelnSpinngewebig werdendes Gerinnsel ans demselben herausheben kann. DieSubstanz, welche sich hier ausscheidet, müssen wir als Fibrin bezeichnen,denn sie ist identisch mit dem Fibrin, welches sich aus dem gerinnendenBlute ausscheidet. Solcher Harn enthält natürlich auch immer grosseMengen von Eiweiss, aber nicht umgekehrt, nicht jeder Harn, welcherEiweiss enthält, enthält auch eine freiwillig gerinnende Substanz, scheidetauch Fibrin aus, wenigstens nicht ausserhalb des Körpers.
Die Untersuchung des Harnes auf Eiweiss ist für den Arzt sowichtig, dass ich hier einige Worte darüber sagen muss. Zunächst unter-sucht man den Harn auf natives Eiweiss. Wenn derselbe seine normalesaure Rcaction hat, so nimmt man die an sich klare oder durch Filtrirengeklärte Flüssigkeit, giesst sie in ein Beagirglas und erhitzt sie zumSieden. So wie man sich der Temperatur von 70° nähert, scheidet sichdas Eiweiss als Trübung oder in Flocken aus. Es kann hier geschehen,dass sich beim Erhitzen Flocken ausscheiden, welche nicht aus Eiweisssondern aus phosphorsaurem Kalk bestehen. Der Harn enthält immerKohlensäure aufgelöst. Diese geht beim Kochen fort, und wenn der Harnan und für sich schwach sauer war, bleiben jetzt nicht mehr alle Erd-phosphatc gelöst, sondern ein Theil derselben fällt als normaler phosphor-saurer Kalk heraus. Diese Ausscheidung unterscheidet man aber leichtvom Eiweiss, indem man einige Tropfen Essigsäure hinzusetzt, woraufphosphorsaurcr Kalk sich löst, während geronnenes Eiweiss ungelöst bleibt.
Wenn der Harn Lakmuspapier nicht deutlich röthet, so setzt manihm vorsichtig so viel Essigsäure zu, dass er dies thut und erhitzt zumSieden. Man muss ansäuern, weil sonst die Alkalien des Harns währenddes Erwärmens auf das Eiweiss einwirken können, dasselbe in fällbaresEiweiss verwandeln, so dass es in der Hitze nicht mehr gerinnt. Esgehört eine gewisse Uebung dazu, gerade so viel Essigsäure zuzusetzen,dass sich alles Eiweiss vollständig ausscheidet, nicht mehr, denn, wennman zu viel zusetzt, erfolgt die Eiwcissausscheidung auch unvollständig,indem kleine Mengen von Eiweiss gelöst bleiben. Es ziehen deshalb Vielevor, den Harn, wenn er nicht sauer reagirt, erst bis zum Sieden vorsichtigzu erhitzen und ihn dann anzusäuern. Mau setzt dann Tropfen umTropfen von der Säure hinzu und beobachtet, ob irgend eine Trübungentsteht. Man wählt auch zum Ansäuern verdünnte Salpetersäure, weilein Uebersehuss derselben das gefällte fällbare Eiweiss nicht sofort auf-
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