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Dio ftfagenverdautuig
Resultaten, zu welchen Helm gekommen war. Daraufhin legte einrussischer Arzt Namens Bassow, wie ich nebst anderen historischenDaten aus Milne Edward's Leqons sur la physiologic et l'anatomiccomparee entnehme, zuerst einem Hunde eine Magerifistel an, machte anihm eine Reihe von Verdauungsversuchen, itnd empfahl dieses Verfahren,welches später von Blondlot und Anderen vielfach angewendet wordenist. Man verfahrt dabei nach Bardeleben am besten so, dass manvom Processus xiphoideus nach abwärts einen Schnitt durch die Bauch-decken macht, dann die Wand des Magens, ohne sie zu durchschneidenvorzerrt, in die Wunde hinehmäht und jetzt einen Verband anlegt. Estritt Gangrän der Magenwand ein, und auf diese Weise bildet sich eineMagenfistel. Man zieht die Wand des verschlossenen Magens in dieWunde, damit sich ringsum eine Verlöthung bilde; wenn sich diesebereits gebildet hat, tritt die perforirende Gangrän ein, und nun erststellt sich die Fistel her, ohne dass Magencontenta in die Bauchhöhlegelangen könnten. Hinterher wird sie mit Pressschwamm erweitert, undes wird dann eine weite Caniile eingelegt. Es sind zu diesem Zweckeverschiedene Canülen angegeben worden. Eine der einfachsten ist dievon Bardeleben, welche in einer kurzen Röhre besteht, die oben einenbreiten Rand, eine Krampe trägt, welche das Durchrutschen derselbendurch die Fistelöffnung und in .den Magen hinein verhindert. Nachdemman sie eingebracht hat, legt man ein paar an ihren Rändern gut ge-glättete Doppelhakcn ein, die man aus der Fläche nach gebogenenSilberblechstreifen hergestellt hat. Wenn man diese durch einen Kork-oder Kautschukstöpsel, der die Caniile verschliesst, an die Wand derselbenanpresst, so verhindern sie das Herausfallen. Es wird das Ganze durcheinen Verband geschützt, damit der Hund nicht, wie er es sonst gernethut, den Stöpsel herauszieht und an der Caniile herumzerrt. Will mandie Fistel benützen, so wird der Verband abgenommen, der Stöpselherausgezogen, nach Umständen zu verdauende Substanzen eingebrachtoder Magensaft oder Magencontenta herausgelassen.
Bei allen diesen Versuchen lernte man, abgesehen von einer Reihevon Einzelerfahrungen, im Grunde genommen doch nicht viel mehr alsdas, was schon Reaumur gewusst hatte, dass die Speisen im Magenverdaut, und zwar dass sie auf chemischem Wege aufgelöst werden, dasssie aufgelöst werden durch den sauren Magensaft, der im Magen ab-gesondert wird. Wesentliche Fortschritte machte die Lehre von der Ver-dauung erst, als man den Weg von Spallanzani wieder betrat, denWeg der künstlichen Verdauung, wie es Wasmann und wie es Schwann,thatcu. Es zeigte sich, dass sich im Magen eine eigenthümlich wirksameorganische Substanz befindet, welche die Eiweisskörper auflöst, und dioSchwann mit dem Namen des Pepsins belegt hat. Sie äussert Wirkun-gen nur, wenn zugleich saure Reaction und zwar saure Reaction voneinem gewissen Grade vorhanden ist. Eine durch Maceration der Magen-schleimhaut in verdünnter Chlorwasserstoffsäure dargestellte künstlicheVerdauungsfiÜ8sigkeit verdaut in derselben Weise, wie der natürlichevon dem Thiere selbst abgesonderte Magensaft verdaut. Es war auchleicht nachzuweisen, dass es nicht die blosse Säure ist, welche die Eiweiss-körper auflöst, denn gegen die meisten Eiweisskörper verhalt sich eineblos verdünnte Säure von demselben Grade wesentlich anders, wie dieser