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1 (1875)
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Die Magenverdauung.

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wurden hier mechanische Wirkungen ausgeübt, und es blieb zweifelhaft,in wie weit die Verdauung ein chemischer Process, und in wie weit erein mechanischer Process sei. Die Frage wurde erst vollständig vonReaumur entschieden. Er wendete bei seinen Versuchen Raubvögelan, denen er auch Nahrungsmittel, die in Röhren eingeschlossen waren,in den Magen hineinbrachte. Er hatte hiebei den Vortheil, dass dieseThiere nach kürzerer oder längerer Zeit, gewöhnlich nach 24 Stunden,diese Röhren wieder ausspieon, wie sie bekanntlich überhaupt dasjenige,was sie nicht verdauen, Federn, Haare u. s. w., in einen Ballen geformt,,wieder auszuspeien pflegen. Reaumur konnte hier auf das Bestimmtestefeststellen, dass eine chemische Auflösung stattfinde, und zwar wurdenvon seinen Raubvögeln auf chemischem Wege nicht nur Fleischstücke,sondern selbst Hühuerknochen verdaut. Er Hess die Thiere auch Schwämmeverschlingen, zog dieselben dann wieder an Fäden, die er daran an-gebracht halle, heraus und sammelte auf diese Weise eine PortionMagensaft. Er wollte damit künstliche Verdauungsversuche anstellen, erwollte ausserhalb des Magens mit dem Secrcte des Magens verdauen.Dies gelang ihm aber noch nicht. Einen Versuch, wie ihn Reaumuran Vögeln angestellt hatte, stellte ein schottischer Arzt Namens Stevensam Menschen an. Er fand einen Gaukler, der Sieine verschlang und siewieder von-sich gab, und diesen benutzte er dazu, um ihm auch durch-löcherte Röhren und Kapseln mit eingeschlossenen Nahrungsmitteln ein-zugeben, und diese nach der Zeit von einigen Stunden wieder ausspeiouzu lassen. Er fand entsprechend den Resultaten von Reaumur, dassauch hier die Nahrungsmittel verdaut wurden. Spallanzani aber warder erste, dem die Verdauung ausserhalb des Magens, dem die künstlicheVerdauung gelang. Er erhielt seinen Magensaft auch dadurch, dass erThiere, namentlich Vögel, Schwämme verschlingen liess, und mit diesenSchwämmen dann den Magensaft wieder herausbeförderte, während späterTiedeman und Gmelin, die ähnliche Versuche anstellton, den Magen-saft dadurch erhielten, dass sie den Thieren Kieselsteine in den Magenbrachten, sie hinterher tödteten und den Magensaft benützten, welcherdurch den mechanischen Reiz zur Absonderung gebracht worden war.Hier in Wien erhielt Dr. Helm dadurch Gelegenheit, Verdauungsversucheanzustellen, dass eine Hauersfrau aus Breitenweida in Unterösterreich,welche eine Magenflstel hatte, in seine Behandlung kam. Die Fistelliess sich erweitern und er konnte nun Nahrungsmittel hineinbringen,theils in Beuteln, theils in durchlöcherten Kapseln eingeschlossen, undkonnte auf diese Weise sich überzeugen, wie die Substanzen im Magenchemisch aufgelöst wurden. Er stellte vergleichende Vorsuche über eineReihe von Nahrungsmitteln an, und stellte dann auch an sich selbst undan einem zu diesem Zwecke gemietheten Individuum Versuche in derWeise an, dass beide durchlöcherte Kapseln mit Nahrungsmitteln ver-schlangen, und er die Veränderungen untersuchte, welche die Nahrungs-mittel darin eingegangen waren, wenn sie endlich durch den Afterwieder abgingen. Ganz ähnliche Versuche, wie sie Helm an der Hauers-frau anstellte, stellte der amerikanische Arzt Beanmont an einemcanadisohen Jäger an, der durch einen Schuss verwundet worden warund gleichfalls eine Magenfistel bekommen hatte. Er kam dabei inRücksicht auf die Zeit der Verdauung im Wesentlichen zu denselben

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