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1 (1875)
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289
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Der Magen.

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Fig. 32.

Tunica nervea seu vasoulosa oder dem submucösen Bindegewebe. —Diese Schiebt wurde von den alten Anatomen als Tunica nerveaseu vasoulosa bezeichnet, weil die grossen Blutgefässe und diejenigenNerven, welche der damaligen Zeit allein zugänglich waren,sich in ihr befanden. IS'ach aussen davon folgt das Ring-muskellager des Magens, auf dieses das Längsmuskellagerund darauf der Peritonaealüberzug Die Schleimhaut desMagens hat ein Cylinderepithel. Das Pflasterepithel derSpeiseröhre hört in der Cardia mit einem gezackten Randeauf und wird von nun an durch ein Cylinderepithel er-setzt, welches von hier an durch den ganzen Darmkanalbis zum After hin fortläuft. Die Schleimhaut des Magensist sehr reich an Drüsen; diese sind in derselben so dichtgestellt, dass man sagen könnte, die ganze Schleimhautdes Magens sei eine grosse flächenartig ausgebreitete Drüse.Aber diese Drüsen sind nicht von einerlei Art. Es kommenim Magen zwei Arten von secernirenden Drüsen undausserdem peripherische Lymphdrüsen vor. Die letzterensind klein und wenig zahlreich, sie liegen unter derSchleimhaut und führen den Namen der Glandulae lenti-culares. Die secernirenden Drüsen sind erstens die Magen-saftdrüsen, die sogenannten Pepsindrüsen oder Wasmann-schen Drüsen, und zweitens Schleimdrüsen, die sieh anzweierlei Orten im Magen finden, in einer ringförmigenZone an der Cardia und in bedeutender Ausdehnung inder Regio pylorica. Die ganze übrige Partie des Magens ist beim Menschenmit den sogenannten Pepsindrüsen besetzt. Diese sind tubulöse Drüsen,welche senkrecht gegen die Oberfläche der Schleimhaut gestellt sind, derenSchläuche ziemlich gerade verlaufen, und die meist zu vieren mit einanderin eine kleine mit Cylinderepithel ausgekleidete Grube einmünden. Auchin den obersten Theil der einzelnen Drüsen setzt sich dieses Cylinder-epithel noch fort, in den tieferen Theilen aber gibt es zweierlei Zellen:Erstens Zellen, welche ihrer Eorm und ihrem mikroskopischen Verhaltennach noch den Cylinderzellen, die sich im Halstheile befinden, ähnlichsind, aber niedriger und schwerer zu beobachten. Nach aussen vondenselben befinden sich andere mehr rundliche, zum Theil auch polye-drisch gegen einander abgeplattete, verhältnissmässig grosse Zellen, miteinem körnigen Inhalte. Dies sind, wie wir später sehen werden, die Lab-zellen, die Pepsinzcllen. Kölliker hat zuerst diese zwei Arten von Zellenunterschieden, dann sind sie von Heidenhain und von Rollett näheruntersucht worden. Rollett bezeichnet die nach aussen liegenden grossenZellen als delomorphe, die nach innen gegen die Axe liegenden als adelo-morphe Zellen. Fig. 32 zeigt nach Heidenhain eine Magonsaftdrüseeines nicht in der Verdauung befindlichen Hundes, die dunklen Zellen a asind die dclomorphen, die lichten Zellen b b die adelomorphen.

Zwischen diesen Drüsen verlaufen Capillargefässe, welche dieselbenumspinnen und ihnen die Elüssigkeit zuführen, welche sie zur Secretiongebrauchen. Unmittelbar unter der Oberfläche, zwischen den gemeinsamenGruben, in welche die Gruppen von Drüsen einmünden, verlaufen grössereGefässe, Venen, so dass die Arterien in der Tiefe der Schleimhaut

Brücke. Vorlesungen 1. 2. Aufl. l'J

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