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1 (1875)
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288
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Die Speiseröhre. Der Magen.

Die Speiseröhre.

Durch den Schlund und durch den Oesophagus setzt sich das ge-schichtete Pflastcrepithol fort, welches wir bereits in der Mundhöhlekennen gelernt haben. Es ist nach dem allgemeinen Typus der geschich-teten Pflasterepithelion gebaut. Die untersten Zellen sind die höchsten,nähern sich der Torrn des sogenannten Cylinderepithels; dann kommenpolyedrische Zellen und oben kommen platte Zellen, wie in allen ge-schichteten Pflasterepithelien. Darunter liegt das eigentliche Schleim-hautgewebe, Bindegewebe mit dem Capillarnetz der Schleimhaut und denNerven, welche bis unmittelbar unter das Epithel gelangen. Auf derGrenze zwischen dem eigentlichen Gewebe der Schleimhaut und demsubmucöson Bindegewebe liegt durch den ganzen Oesophagus hindurchein System von glatten Muskelfasern, welche nach der Länge verlaufen.Sie bilden kein zusammenhängendes Lager, keine Muskelhaut, sondernsind in einzelne Längsbündel, in einzelne Längsstränge getheilt. Es istdies der Anfang des submueösen Muskellagers, welches wir später imMagen und im Darmkanale kennen lernen werden. Darauf folgt das subjmueöse Bindegewebe, ein im Oesophagus sehr reichliches, sehr weichesund zugleich verschiebbares Bindegewebe, in welchem zum Theile dieKörper der Schleimdrüsen des Oesophagus liegen, die ganz ebenso gebautsind wie die Schleimdrüsen der Mundhöhle und mit ihren Ausführnngs-gängen die Schleimhaut durchbohren. Nach aussen von diesem sub-mueösen Bindegewebe liegt das eigentliche Muskelsystem des Oesophagus,eine innere Kingfaserschicht und eine äussere Längsfaserschicht. Wenndie Kingfaserschicht sich im cinigermassen contrahirten Zustande befindet,wie dies für gewöhnlich der Fall ist, so ist die Schleimhaut in Längs-falten gelegt, und verschliesst so das Lumen der Speiseröhre. DieFaltenbildung erfolgt mit grosser Leichtigkeit wegen der reichlichenMenge von verschiebbarem Bindegewebe, welches die sogenannte Tunicanervea oder das submueöse Bindegewebe zusammensetzt. Wenn Sie sichalso durch den Oesophagus in seinem gewöhnlichen Zustande einen Quer-schnitt hindurchgolegt denken, so würde die Schleimhaut durch die Längs-falten, in welche sie gelegt ist, in diesem Querschnitte einen Stern dar-stellen. Die Muskulatur des Schlundes und des Oesophagus ist in denverschiedenen Regionen verschieden zusammengesetzt. Im Halstheile desOesophagus besteht noch fast die ganze Muskulatur aus QuergestreiftenMuskelfasern. Diese schwinden aber, wenn der Oesophagus in die Britsl-höhlc eintritt, und werden durch glatte oder organische Muskelfasernersetzt, so dass nach den Untersuchungen von Gillette im mittlerenTheile des Oesophagus, überhaupt keine quergestreiften Muskelfasernvorkommen. Dann kommen aber im unteren Theile des Oesophagus, inder Nähe' des Foramen oesophageum, wieder quergestreifte Muskelfasernvor. Diese sollen aber grösstenthcils dem sogenannten Musculus phreno-oesophageus angehören.

Der Magen.

Der Magen besteht aus folgenden Schichten: Erstens aus derSchleimhaut, zweitens aus dem submueösen Muskellager, drittens aus der