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1 (1875)
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268
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Das Fleisch.

bei Fieberkranken voraussichtlich an sich schon überladen ist. Die Mengeder zugeführten organischen Nährsubstanzen ist verhältnissmässig gering.Es gehört nun aber nicht allein zu den Pflichten des Arztes, das Lebendes Kranken zu erhalten, sondern auch ihm eine möglichst rasche undvollkommene Eeconvalescenz zu verschaffen, ihn so wenig als möglichherunterkommen zu lassen. Dies kommt namentlich bei solchen Krankenin Betracht, für welche, wie für die Typhuskranken, die Zeit des Fiebcrnsund des Fastens lang ist. Man hat deshalb im Norden von Deutschlandund in Schweden vielfältig solchen Kranken Abkochungen von Kohle-hydraten, oder vielmehr von den die Kohlehydrate enthaltenden Cercaliengegeben, durchgeseihte Abkochuugen von Hafergrütze oder Gerstgraupenund von Eeis. Gewöhnlich wird denselben noch Zucker und Kochsalz,und auch etwas Butter zugesetzt. In Schweden hat man mehr als anderswound, wie es heisst, mit gutem Erfolge versucht, ihnen auch Milch zugeben. In Bücksicht auf die praktischen Erfolge, in Bücksicht auf dieMortalität bei dem einen oder bei dem andern Kcgimo, lässt sich schweretwas Bestimmtes aussagen, da zu viele andere Momente auf dieselbeeinwirken; wenn man sich aber fragt, welches Regime dasjenige ist,welches voraussichtlich den Körper des Kranken mehr conservirt, so mussman sagen, dass es das letztere sei. Denn, wenn es gelingt, dem KrankenMilch ohne Nachtheil beizubringen, so hat er darin ein vollkommeneresNahrungsmittel, worin alle drei Gruppen unserer Nahrungsmittel inreichlicherer Menge vertreten sind, als in der Fleischbrühe, und auchwenn es nur gelingt, die Bestandteile der erwähnten Abkochungen,neben denen ja Fleischbrühe nicht ausgeschlossen ist, ohne Nachtheilzuzuführen, so ist damit etwas Wesentliches gewonnen, weil dadurchdas Materiale des Körpers geschont wird. Alles, was über die Fleisch-brühe gesagt worden ist, gilt auch mutatis mutandis für das Liebig'scheFleischextract, indem dieses eine condensirte fettfreie Fleischbrühe ist,und auch unmittelbar zur Bereitung der Fleischbrühe benutzt wird, in-dem man es mit heissem Wasser verdünnt und mit Grünzeug u. s. w.aufkocht. Also auch das Liebig'sche Fleischextract ist keine Substanz,mit welcher man Jemand ernähren kann. Wenn man versuchen wollte,die dazu nöthigen Massen zuzuführen, so würde die Wirkung der Salze,namentlich der Kalisalze, die bekanntlich, wenn man über gewisse Dosenhinausgeht, eine deletäre ist, so in den Vordergrund treten, dass manin der kürzesten Zeit von diesem Versuche würde abstehen müssen.

Viel ist über den Nährwerth des ausgekochten Fleisches gestrittenworden. Man hat eine Zeit lang behauptet, dass dasselbe ganz werthlossei, weil es selbst von hungrigen Hunden verschmäht werde. Dem istaber nicht so. Versuche, bei denen es dem Schweinefutter zugesetztwurde, haben seinen Nährwerth bewiesen. Dass es von den Hundenverschmäht wird, hat zunächst seinen Grund in der insipidon Beschaffen-heit dieses Fleisches. Die löslichen Substanzen, die ihm seinen Geschmackund Geruch verleihen, sind ihm entzogen worden. Bis zu einem solchenGrade, wie es in jenen Versuchen geschah, pflegen wir übrigens das ge-kochte Fleisch nicht zu erschöpfen, und seiner geringeren Wirkung aufdie Geschmacksnerven und auf die Absonderung der Verdauungsflüssig-keiten pflegen wir dadurch abzuhelfen, dass wir es mit reizenden Sub-stanzen, mit pikanten Saucen geniessen, wir pflegen Fett hinzuzufügen u. s.w.