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1 (1875)
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267
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Das Fleisch.

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Es bleiben noch die stickstoffhaltigen Substanzen des Flcischsaftes;aber wir müssen gestehen, dass wir bis jetzt von keiner derselben mitvölliger Sicherheit ihre physiologische Wirkung kennen. Es sind mit demKreatin, dem Kreatinin und mit dem Carnin Versuche angestellt worden,die aber bis jetzt zu keinem entscheidenden Resultate geführt haben.Es ist dies um so mehr zu bedauern, als bisher nur der hohe Preis dieserStoffe uns gehindert hat, ausgedehntere Versuchsreihen anzustellen.

Es ist behauptet worden, das, was wesentlich in der Fleischbrühenützlich ist, seien die sogenannten Nährsalze, und die ganze Fleischbrühewirke wesentlich wie eine Auflösung dieser Salze. Das scheint indess mitder Erfahrung nicht übereinzustimmen. Nicht, nur alle Aerzte, sondernauch alle Patienten stimmen darin überein, dass die Fleischbrühe einMittel sei, welches erfrische und kräftige, welches die Reconvalescentenstärke u. s. w. Ich glaube nicht, dass die Aerzte und die Patienten einähnlich günstiges Urtheil fällen würden, wenn man den letzteren dafürdie entsprechende Menge einer warmen Lösung von phosphorsaurem Kalimit Kochsalz einflössen würde. Worauf aber die Wirkung der Fleischbrüheberuht, das können wir bis jetzt nicht sagen. So günstig wir aber auchüber die Fleischbrühe als Genussmittel und als Hilfsmittel bei der Er-nährung urtheilen, so können wir ihr doch keineswegs einen gleich hohenRang als Nahrungsmittel anweisen. Wir haben früher gesehen, dass manschwachen, abgemagerten Kindern die Kuhmilch mit Fleischbrühe stattmit Wasser verdünnt, und dass man dies im Ganzen mit dem bestenErfolge gethan hat. Ganz anders hat sich aber die Sache gestellt, wennman versucht hat, Kinder ausschliesslich mit Fleischbrühe zu ernähren,die Fleischbrühe der Milch zu substituiren. Es geschieht nicht selten,dass Kinder, die künstlich ernährt werden, die Milch, welche man ihnen.verschaffen kann, durchaus nicht vertragen, dass sie von einer Diarrhoebefallen sind, die nicht steht, so lange sie die Milch bekommen, die aufhört,wenn sie ihnen entzogen wird, und gleich wieder eintritt, wenn manihnen die Milch wieder gibt. In solchen Fällen hat man einige Male ver-sucht, und ich bin selbst einmal unfreiwilliger Zeuge davon gewesen, solcheKinder statt mit Milch mit Fleischbrühe zu ernähren. Es tritt dann einjäher Verfall ein, so dass man in kurzer Zeit genöthigt ist, das Regimezu ändern. Die Ursache davon ist leicht einzusehen. Die Fleischbrüheenthält relativ zum Wasser und zu den Salzen zu wenig nährende orga-nische Bestandtheile, zu wenig Eiweisskörper, zu wenig Kohlehydrate,und das Fett nicht in so leicht assimilirbarem Zustande, wie die Milch.

Das ist auch ein Punkt, der wohl zu beherzigen ist, wenn man dieFleischbrühe als Ernährungsmittel für Kranke anwendet. Bei uns pflegtoder pflegte man an acuten Krankheiten leidenden Patienten, wenn siestärker fiebern, namentlich Typhuskranken, Alles mit Ausnahme der„lauteren Suppe" zu verbieten. Ich will ganz davon absehen, dass inSpitälern der Gehalt der lauteren Suppe schwer zu controliren ist: ichwill voraussetzen, dass die Patienten wirklich mit einer vortrefflichenFleischbrühe versorgt werden, so ist damit doch immer noch verhältniss-mässig wenig für ihre Ernährung gethan. Es werden ihnen allerdingsSalze mit der Fleischbrühe zugeführt zum Ersatz derer, die sie fort-während durch den Urin verlieren, andererseits werden aber auch demBlute Zersetzungsproducte von Eiweisskörpern zugeführt, mit denen es