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1 (1875)
Entstehung
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Die Kohlehydrate.

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vorne herein mit rother Farbe, oder er entsteht mit gelber Farbe, diesieh dann aber meist bei längerem Kochen in eine rothe umwandelt.Der gelbe Niederschlag, welcher entsteht, ist Kupferoxydulhydrat, derrothe Niederschlag ist Kupferoxydul. Wenn also der gelbe Niederschlagsich in einen rothen umwandelt, so geschiebt dies dadurch, dass beimlängeren Kochen das Kupfcroxydulhydrat sein Wasser verliert. Wirwerden später, wenn wir von der Aufsuchung des Zuckers im Harnesprechen, noch ausführlicher wiederum auf diese Probe zurückkommen.

Wenn man die Böttger'sche Probe anstellen will, so fügt man zuder Flüssigkeit gleichfalls zuerst Kali und dann nimmt man eine kleinePortion vom basisch Salpetersäuren Wismuthoxyd und schüttet dasselbehinein. Man muss die Portion um so kleiner nehmen, je kleiner dieMenge von Zucker ist, welche man erwartet. Denn da eine kleine Mengevon Zucker nur eine kleine Menge von Wismuthoxyd reducirt, so wirddurch den Ueberschuss die charakteristische dunkle Färbung verdeckt.Beim Kochen wird die Flüssigkeit rauchig, beim Stehen, klärt sie sich,und es setzt sich dann ein schwarzes Pulver, Wismuthmetall zu Boden.Bisweilen ist, auch wenn man eine kloine Menge von Wismuthsalz ge-nommen hat, das Pulver, welches sich an den Boden setzt, nicht schwarz,sondern grau. Das ist ein Zeichen, dass die Menge von Zucker, welchevorhanden ist, sehr gering war. Es hat sich dann kein Wismuthmetallgebildet, sondern nur Wismuthoxydul. Wenn gar kein Zucker und über-haupt keine das Wismuthoxyd reducirenden Substanzen in der Flüssigkeitvorhanden sind, so färbt sich das Pulver nicht grau, sondern gelb vongebildetem Wismuthoxyd. Die Böttger'sche Probe bedarf aber einerGegenprobe: denn es wäre ja möglich, dass der schwarze Körper, dersich bildet, nicht Wismuthmetall wäre, sondern Schwefelwismuth, dassich in Folge der Zersetzung irgend einer schwefelhaltigen Substanz inder Flüssigkeit gebildet hat. Um sich zu überzeugen, nimmt man eiueneue Probe der Flüssigkeit, setzt wieder Kalilösung hinzu und fügt danneine ganz kleine Portion fein gepulverter Bleiglätte oder einen Tropfenvon der Lösung eines Bleisalzes hinzu und kocht damit. Wenn die Flüssig-keit ungefärbt bleibt, und sich auch das Pulver nicht färbt, so istkein derartiger Körper in der Flüssigkeit. Denn, wenn ein solcher inder Flüssigkeit wäre, so müsste sich gerade so, wie sich Schwefelwismuthgebildet hat, auch Schwefelblei bilden.

Wir haben gesehen, dass die Stärke beim Kochen mit verdünnterSchwefelsäure zuerst in lösliche Stärke übergeht, dann in Erythrodextrin,dann in Achroodextrin und endlich in Zucker. Alle diese Körper drehendie Polarisationsebene nach rechts. Schon die lösliche Stärke thut diesund zwar in hohem Grade, auch das Dextrin, welches davon seinenNamen hat, und ebenso der Stärkezucker, der aus dem Dextrin entsteht.Da wir mit dieser Eigenschaft noch öfter zu thun haben werden, undwir das Drehen der Polarisationsebene nach rechts oder links als Unter-scheidungsmittel für verschiedene Zucker gebrauchen, so müssen wiretwas näher darauf eingehen.

Wenn wir geradlinig polarisirtes Licht in eine sogenannte inactiveFlüssigkeit, das heisst in eine Flüssigkeit, welche die Polarisationsebenenicht dreht, hineintreten lassen, so bleibt die Polarisationsebene einegewöhnliche Ebene : wenn dagegen die Polarisationsebene von der Flüssig-