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1 (1875)
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228
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Die Kohlehydrate.

Stärke hervorgegangen ist, Stärkezucker, weil er aus dem Dextrin ent-standen ist, Dextrinzucker, wir nennen ihn auch Glycose, und nennen ihnendlich im krystallisirten Zustande auch Traubenzucker, weil man ihnzuerst in dem weissen Mehle fand, welches sich auf getrockneten Wein-beeren findet. Also Stärkezucker, Doxtrinzucker, Glycose und Trauben-zucker sind im Wesentlichen ein und dasselbe, man macht nur den Unter-schied, dass man den Namen Traubenzucker stets nur für den bereitskrystallisirten Zucker nimmt, und den Namen Dextrinzucker mehr aufden unkrystallisirten Zucker, wie er z. B. im Kartoffelsyrup enthalten ist,anwendet. Man nannte diesen Zucker ursprünglich auch Krümelzucker,weil man ihn nicht wie den Rohrzucker in wohlausgebildeten Krystallenerhalten konnte. Dieser Name ist aber ungebräuchlich geworden, weilman auch den Traubenzucker durch Krystallisation aus verdünntem Wein-geist in verhältnissmässig grossen und gut ausgebildeten Krystallen er-halten hat. Er hat die Zusammensetzung C 6 H" 12 0 (i , und im krystalli-sirten Zustande die Zusammensetzung C f) H lA 0-. Man kann sich alsovorstellen, dass er aus Dextrin, das noch die Zusammensetzung der Stärkehat, durch Aufnahme von Wasser entstehe. Er ist sehr leicht in Wasserlöslich und ist auch ziemlich leicht löslich in Weingeist. Er ist directgährungsfähig, das heisst, er zerfallt unter der Einwirkung von Hefein Kohlensäure und Alkohol, ohne vorher in einen andern Zucker über-zugehen. Er geht in Alkohol schwer lösliche Verbindungen mit Kali,Kalk und Baryt ein. Er geht auch eine krystallisirte Verbindung mitChlornatrium ein. Mit Kali oder Natron erwärmt bräunt er sich, unddie Lösung nimmt einen eigenthümlichen Geruch an. Er hat die Eigen-schaft, alle leicht reducirbaren Metalloxyde in alkalischen Lösungen zureduciren. Er reducirt auch die Wolframsäure und die Molybdänsäure,die erstere nur in alkalischen, die letztere aber in sauren und in alka-lischen Lösungen. Dieses sein Vermögen, als Beductionsmittel zu dienen,wird vielfältig angewendet, um ihn in Flüssigkeiten aufzusuchen. Manwendet zu diesem Zwecke einerseits Kupferoxydsalze an, und darauf be-ruht die Trommer'sche Zuckerprobe, oder man wendet Magisteriumbismuthi, basisch salpctersaures Wismuthoxyd an mau kann sich auchstatt dessen des Wismuthoxydhydrats bedienen und darauf beruht dieBöttger'sche Zuckerprobe. Diese beiden Proben sind nicht etwa specielleBeactionen auf Zucker, sondern sie sind nur Bcductionsproben, und manmuss sich, wenn man mit denselben Zucker nachweisen will, immer über-zeugen, dass nicht ausserdem anderweitige Substanzen in der Elüssigkeitsein können, welche dieselbe Beduction veranlassen.

Um die Beduction eines Kupferoxydsalzes zu erhalten, nimmt mandie zuckerhaltige Flüssigkeit, setzt Kali hinzu, und dann eine verdünnteLösung von schwefelsaurem Kupferoxyd. Man setzt davon so lauge zu,als sich der Niederschlag von Kupferoxydhydrat beim Umschütteln nochwieder auflöst. Wenn der Niederschlag anfängt sich schwerer zu lösenoder die erste Spur einer bleibenden Trübung entsteht, hört man auf.Dass man nicht mehr Kupferlösung zusetzt, hat darin seinen Grund, dassdie unlöslichen Kupferoxydverbindungen, indem sie der Beduction ent-gehen, den bei der Beaction entstehenden Niederschlag von Kupferoxyduloder Oxydulhydrat verunreinigen, beziehungsweise verdecken. Um denletzteren hervorzubringen, erwärmt man. Er entsteht entweder von