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1 (1875)
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Die Kohlehydrate.

kcit nach rechts oder nach links gedroht wird, so wird die gewöhnlicheEbene in eine windschiefe Ebene umgewandelt, und zwar wird diePolarisationsebene, wenn die Elüssigkeit nach links dreht, eine nachlinks windschiefe Ebene, und wenn die Elüssigkeit nach rechts dreht,eine nach rechts windschiefe Ebene. Dies ermitteln wir durch diePolarisationsapparate für Flüssigkeiten, von denen einer der einfachstender Mitschcrlich'schc ist. Er besteht im Wesentlichen aus einer für dieAufnahme der Elüssigkeit bestimmten zwei Decimeter langen Röhre, diezwischen einem feston und einem drehbaren Nicol'schcn Prisma aufgestelltist. Zunächst der Lichtquelle und dieser zugewendet befindet sich dasfeste Nicol'sche Prisma, aus dem das Licht geradlinig polarisirt heraus-kommt, und dann durch eine Rammellinse in das für die Aufnahme derFlüssigkeit bestimmte, an beiden Enden mit planparallolen Glaswändenversehene Messingrohr geleitet wird. Aus diesem gelangt es durch einzweites, drehbares Nicol'sches Prisma zum Auge. Dieses zweite jSTicol'schePrisma trägt einen mit ihm fest verbundenen Zeiger, der, wenn man esum seine Axe dreht, au einem Gradbogen den Werth der Drehung an-gibt. Der Zeiger ist von Hause aus so fixirt, dass bei der Stellung aufNull die Schwingungsebenen der beiden Nicol'schcn Prismen senkrechtauf einander stehen, so dass man also, wenn man den Zeiger auf Nullstellt, für den Fall, dass die Flüssigkeit nicht dreht, dunkles Sehfeld hat.Ich will jetzt annehmen, das Licht, in dem beobachtet werden soll,sei monochromatisches Licht. Sie können sich auf die leichteste "Weisegelbes und rothes monochromatisches Licht verschaffen. Gelbes monochro-matisches Licht, indem Sie den Docht einer Spirituslampe mit Kochsalzeinreiben, oder wenn Sie über Gas disponiren, den Gasbrenner da, wodas Gas ausströmt mit etwas kohlensaurem Natron bestreichen, so dassdie Flamme des Gases, welche Sie so regulirt haben, dass sie an und fürsich wenig leuchtend sein würde, jetzt mit der gelben Farbe des Natronsbrennt. Rothes nahezu monochromatisches Licht können Sie sich ver-schaffen, indem Sie vor dem ersten oder hinter dem zweiten Nicol einmit Kupferoxydul roth überfangenes Glas anbringen und dann nach einerbeliebigen Lichtquelle visiren. Wir wollen annehmen, Sie wendeten gelbesmonochromatisches Licht an; dann ist, wenn sich in der Röhre eineDextrin- oder Stärkezuckerlösung befindet, bei der Stellung des Zeigersauf Null das Sehfeld nicht dunkel. Sie müssen erst mehr oder wenigernach rechts drehen, damit es dunkel werde, weil die Schwingungsebene,also auch die Polarisationsebene beim Austritte des Lichtes nicht mehrdieselbe ist, wie beim Eintritte. Sie hat ihre Lage verändert in demSinne, in dem der Zeiger an der Uhr seine Lage verändert, das heisst:Die Flüssigkeit dreht nach rechts. Würde sie sie im entgegengesetztenSinne verändert haben, so würde man sagen: Die Flüssigkeit drehtnach links.

Die Anzahl von Graden, um welche Sie nach rechts drehen müssen,um dunkles Sehfeld zu erhalten, ist erstens abhängig von der Länge desRohres: denn, da Sie sich die Polarisationsebene in demselben als einewindschiefe, als eine gedrehte Ebene zu denken haben, so hätten Sie,wenn das Rohr nur halb so lang wäre, auch nur die halbe Ablenkung.Weiter ist die Drehung abhängig von der Concentration der Flüssigkeit,das heisst von der Menge der activen Substanz, die in einem Liter der-