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1 (1875)
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Anorganische Nahrungsmittel.

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sauren Salze wichtig, weil wir ja von ihnen eine grosse Menge zumAufbau unseres Knochensystems verwenden. Wir brauchen aber auchandere anorganische Substanzen, schwefelsaure Salze, Chlorverbindungen,welche einen Bestandtheil unseres Körpers ausmachen. Im Ganzen kom-men uns aber alle diese Verbindungen oder die Materialien für dieselbendurch unsere gewöhnliche Nahrung zu. Die phosphorsauren Salze sindtheils als solche in der vegetabilischen und in der animalischen Nahrungenthalten, theils werden sie auf Kosten von Lecithin und anderenphosphorhaltigen organischen Verbindungen gebildet. Ebenso ist es mitden schwefelsauren Salzen. Sie sind theils in unserer Nahrung ent-halten, theils werden sie in unserem Körper durch die Oxydation desSchwefels gebildet, welchen wir in den Eiweisskörpern in nicht unbe-trächtlicher Menge zu uns nehmen. Der Kalk, dessen wir bedürfen, isttheils in unseren Nahrungsmitteln, theils in unserem Trinkwasser ent-halten. Wir brauchen also im Allgemeinen für diese Zwecke keineanorganischen Substanzen als solche gesondert einzuführen. Nur einemacht davon eine Ausnahme, das Kochsalz. Es werden fortwährend mitdem Harne so viel Chlorverbindungen ausgeleert, dass wir unserenNormalzustand nicht völlig constant erhalten können, ohne den SpeisenKochsalz zuzusetzen. Man hat ja gefunden, dass auch das Vieh bessergedeiht, wenn man ihm eine gewisse Menge von Kochsalz in Substanzzuführt. Selbst die Thiere des Waldes gehen dem Kochsalz nach. DieFörster legen bekanntlich Salzlecken an, um die Hirsche au gewisseOrte umzugewöhnen. Der reiche und üppige Sallust preist im hohenGrade die Massigkeit der Aethiopier und sagt von ihnen, dass sie keinSalz gekannt hätten, weil bei ihnen die Speisen dazu dienten, den Hun-ger zu befriedigen und nicht als irritamentum gulae genossen wurden.Auch wir kennen noch äthiopische Stämme, bei denen das Salz seltenund theuer ist, aber wir wissen, dass sie suchen es sich zu verschaffen,wo sie Gelegenheit finden. Zugleich sollen diese Stämme mehr als an-dere an Eingewcidewivrmcrn, namentlich an Täuien leiden. Es mag daszusammenhängen mit ihrer anderweitigen Lebensweise, es mag das aberauch zum Theile mit der geringen Menge von Salz zusammenhängen, diesie verbrauchen. Dass wir Europäer auf die Dauer nicht ohne Salz lebenkönnen, das hat sich in früherer Zeit in auffallender Weise gezeigt, alshäufig Militärflüchtlinge im salzburgischen, obcrösterrcichischen undkärnthnerischen Hochgebirge als Wildschützen lebten. Diese salzten dasGemsfieisch, von dem sie sich zum grossen Theile nährten, eine Zeitlang mit Schiesspulver, wenn ihnen das Salz ausgegangen war: dannaber konnten sie es nicht mehr aushalten, sie stiegen mit Gefahr ihrerFreiheit und ihres Lebens ins Dorf hinab, um Salz zu holen.

Wenn anderweitige anorganische Substanzen genossen werden, sogeschieht es wesentlich zu drei verschiedenen Zwecken. Erstens um inZeiten der Noth den Localhunger, den Magenhunger, zu beschwichtigen,den Magen anzufüllen, dann aus Leckerei (ganze Völker haben gewissenanorganischen Substanzen Geschmack abgewonnen), und drittens auskrankhaftem Gelüste.

In Schweden ist in früherer Zeit, wo bei den schlechten Communi-cationen öfters locale Hungersnoth eintrat, nicht selten eine oder dieandere Erdart mit unter das Brod verbacken worden. Auch bei den

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