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1 (1875)
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Der Stoffwechsel.

Es ist indessen unzweifelhaft, dass immer eine gewisse Mengestickstoffhaltiger Substanzen verbraucht werden muss, und, wie es scheint,auch immer eine gewisse Menge von Substanz unseres Körpers verbrauchtwerden muss, auch wenn eine hinreichende Ernährung stattfindet; Manweiss, dass man den Stickstoffumsatz des Körpers nur auf eine gewisseuntere Grenze, nicht weiter, herunterdrücken kann, man mag die Er-nährung regeln wie man will. Man mag mit stickstofflosen Substanzennoch so reichlich füttern, um den Stickstoffumsatz zu beschränken, um dieRespiration wesentlich auf Kosten stickstoffloscr Substanzen stattfinden zulassen: es bleibt immer eine gewisse Menge von stickstoffhaltigen Sub-stanzen, namentlich von Harnstoff, welche binnen viorundzwanzig Stundenausgeschieden wird, und welche zeigt, dass immer eine gewisse Menge vonstickstoffhaltigen Substanzen im Körper zersetzt werden muss. Wenn nurstickstofflose Substanzen gefüttert werden, so müssen diese stickstoff-haltigen Substanzen natürlich dem Körper als solchem entnommen werden,und das Individuum geht doshalb bei einer solchen Ernährung rettungsloszu Grunde. Interessant ist es, dass es nicht einmal gelingt, das Individuumim Stickstoffgleichgewicht zu erhalten, wenn man ihm. dieselbe MengeStickstoff, welche es iinter solchen Umständen ausscheidet, in Gestalt vonEiwoisskörpern in der Nahrung gibt. Die Menge des ausgeschiedenen Stick-stoffes wächst dann, so dass das Individuum wieder ein Stickstotfdeficithat. Pettenkofer und Voit mussten ihrem Versuchshunde sogar 2|malso viel Stickstoff in der Nahrung zuführen, als er bei stickstofffreierNahrung ausschied, um Gleichgewicht, um Beharrungszustand zu erzielen.Wenn also nicht die hinreichende Nahrung zugeführt wird, quali-tativ oder quantitativ, so ist die Eolge davon, dass die Substanz desOrganismus angegriffen wird, und wenn dies fortdauert, so geht dasIndividuum demjenigen Zustande entgegen, welchen wir mit dem Namender Inanition bezeichnen. Es werden aber dabei die verschiedenen Be-standteile des Körpers in sehr verschiedener Weise angegriffen. Uebcrdiesen Gegenstand liegen uns ausführliche Untersuchungen von Chossatvor. Er Hess Tauben verhungern, und bestimmte an den verhungertenTauben das Gewicht der einzelnen Organe, während er früher dieselbenOrgane anderer wohlgenährter Tauben von gleichem . Gesammtgewichtcund gleichem Alter mit seinen Versuchsthieren dem Gewichte nach be-stimmt hatte. Daraus ergab sich schliesslich folgende Tabelle, in welcherdie Menge der verlorenen Substanz in Bruchzahlen von der ursprünglichvorhandenen Substanz ausgedrückt ist. Die Menge der ursprünglich vor-handenen Substanz wurde erschlossen aus den Zahlen, die an den er-wähnten wohlgenährten Tauben gefunden worden waren.

Verlust in Bruchtheileu des ursprünglichen Gewichtes der Organe.

Eett...........0,933

Milz...........0,714

Pankreas.........0,641

Leber.......... 0,520

Herz...........0,448

Därme..........0,424

Willkürliche Muskeln.....0,423

Magen..........0,397

Schlundkopf, Speiseröhre . . . . 0,342