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1 (1875)
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Hypophysis cerebri, Steissdrüso und Glandula intercarotica. Der Stoffwechsel.

Hypophysis cerebri, Steissdrüse und Glandula intercarotica.

Wir hätten als Drüsen ohne Ausführungsgang etwa noch zu be-sprechen die Hypophysis, die Steissdrüso und die Glandula intercarotica.Die Hypophysis ist in einer ausführlichen und sehr genauen Arbeit vonPeremeschko in Rücksicht auf ihren anatomischem Bau untersuchtworden. Es hat sich dabei gezeigt, dass sie kein einheitliches Gebilde ist,sondern dass zwei Partien der Hypophysis einen wesentlich verschiedenenBau haben. Aus dieser Untersuchung ist aber bis jetzt für die Physiologienichts Sicheres hervorgegangen. Ebenso verhält es sich mit den Unter-suchungen, welche über die Steissdrüse und über die Glandula intercaro-tica angestellt wurden. In Rücksicht auf die Steissdrüse kommt nochhinzu, dass die Angaben der verschiedenen Autoren in der Deutung desmikroskopischen Befundes nicht mit einander übereinstimmen, so dassman die Untersuchungen darüber überhaupt noch nicht als abgeschlossenanzusehen hat.

Der Stoffwechsel.

Wir unterscheiden uns in unseren Ansichten über den Stoffwechselnicht unbeträchtlich von unseren Altvordern. Wenn wir die Schriften der-selben durchgehen, so zieht sich wie ein rother Paden durch dieselbendie "Vorstellung, dass wir unsere Nahrungsmittel zu uns nehmen als Er-satz für dasjenige, was fortwährend durch den Lebensproccss vom Körperzerstört wird. Sie sehen leicht ein, dass damit eine übertriebene Vor-stellung von dem Stoffwechsel, welcher fortwährend im Körper stattfindet,zusammenhängt. Denn, wenn wir binnen vierundzwanzig Stunden immerso viel von unserem Körper zerstören würden, als wir an Nahrungsmitteln,ich will auch nur sagen, an Eiweisssubstanzen in unserer Nahrung, wiederzu uns nehmen, so müssto in verhältnissmässig kurzer Zeit von demGanzen, was an unserem Körper gewesen ist, nichts mehr übrig sein.Heutzutage denken wir uns die Sache anders. Wir denken uns, dass wirunsere Nahrungsmittel zu uns nehmen, um Wärme und um Arbeit zuerzeugen, und dass wir fortwährend nur einen verhältnissmässig kleinenTheil unseres Organismus verbrauchen, dass der grösste Thcil der Sub-stanzen, welche wir consumiren, um Arbeit und W T ärmc zu erzeugen,Bestandtheilo -der Nahrungsmittel sind, welche wir zu uns nehmen. Wirhaben auch hiezu gute Gründe, indem die Erfahrung zeigt, dass wirunsere Nahrungsmittel sozusagen im kurzen Wege verbrauchen, indem sichunsere Ausscheidungen, sowohl unsere Respirationsproducte als auch dieAusscheidungen durch die Nieren, in verhältnissmässig kurzer Zeit ändernje nach der Nahrung, welche wir zu uns nehmen. Es ändert sich dieMenge der Kohlensäure, welche wir ausscheiden, je nachdem wir inunserer Nahrung Kohlehydrate oder Pettc oder Eiweisskörper zu unsnehmen, es ändert sich die Natur des Harnes, je nachdem wir pflanzlicheoder thicrische Kost essen. Man kann einem Pflanzenfresser in kurzerZeit den Harn eines Fleischfressers verschaffen, wenn man ihn mit Fleisch