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1 (1875)
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213
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Die Nebennieren.

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cylindrisehe oder, richtiger gesagt, prismatische Abtheilungen in derCorticalsubstanz, welche von bindegewebigen Septis gebildet werden, undwelche mit polyedrischen, ziemlich unregelmässigen Zellen angefüllt sind,deren Bedeutung man nicht kennt. Im Innern, in der Marksubstanz, findensich dreierlei Arten von Zellen. Erstens die von Virchow darin ge-fundenen sehr grossen und mit deutlichen Nervenforlsätzen versehenenGanglienkörper, die in gar nicht unbeträchtlicher Anzahl darin enthaltensind. Eine zweite Art von Zellen, die Holm näher beschrieben hat, istbedeutend kleiner. An diesen Zellen, die in grosser Menge in der Mark-substanz vorkommen, lassen sich keine Nervenfortsätze nachweisen; derProtoplasmaleib infiltrirt sich aber noch mit Karmin schön roth, wie beiden Ganglienkörpern, mit denen sie in ihrem Ansehen eine unverkennbareAehnlichkeit haben. Namentlich ähneln sie den kleinen Ganglienzellen,welche sich in den mikroskopischen Ganglion des Darmkanals, im Meissner-schen und Auerbach'schen Plexus finden. Diese Zellen kommen ausserdemimmer nur in der nächsten Umgebung der Nerven vor, so dass sie inMasse an Nervensträngen aufsitzen, oder an Theilungsstcllcn derselbenangehäuft sind, in ganz ähnlicher Weise, wie die Ganglienkörper, welcheden Nerven aufsitzend ein mikroskopisches Ganglion bilden, nur mit demUnterschiede, dass an diesen Zellen noch keine Nervenfortsätze nach-gewiesen sind. "Wegen der Aehnlichkeit, welche sie mit den Zellenmikroskopischer Ganglien haben, und deshalb, weil sie immer nur un-mittelbar an den Nerven vorkommen, ist es nicht unwahrscheinlich,dass sie auch noch dem Nervensysteme angehören. Endlich kommt in derMarksubstanz noch eine dritte Art von Zellen vor. Die Zellen dieser Artsind die zahlreichsten von allen: sie haben meist eine cylindrisehe oderprismatische Gestalt, und der Zcllcnleib färbt sich nicht oder doch schwermit Karmin, so dass an ihnen meist nur der Kern gefärbt erscheint,wenn schon der Zcllcnleib der andern Zellen von Karmin schön roth ist.Ueber diese Zellen weiss man ebenso wenig etwas, wie über die Zellenin der Corticalsubstanz. Wenn man sich nun fragt, was man aus diesemmikroskopischen Befunde schliessen soll, so muss man sich sagen, dass eswahrscheinlich ist, dass die Nebennieren als ein Theil des Nervensystems,und natürlich als ein Theil des sympathischen Nervensystems anzusehensind. Das wird deshalb wahrscheinlich, weil im Verhältnisse zu derKleinheit des Organs eine sehr grosso Menge von Nerven in dasselbehineingeht, zweitens weil die Nerven, die in das Gebilde hineingehen,dort keine peripherischen Endgebilde finden, sondern solche Endgebildc,wie man sie in den Ganglien, und wie man sie im Centralorgane findet,Ganglienkörper, welche wir nach unsern anderweitigen Erfahrungen nichtals Nervenendigungen, sondern als Nervenursprünge betrachten müssen.Die Nebennieren zu den Drüsen zu zählen, haben wir keine Veranlassung,da wir keine absondernde Thätigkeit an ihnen kennen, und auch nichteinmal eine wahre adenoide Formation wie in der Milz und in derThymus in ihnen vorfinden. Bei den Versuchen, die Nebennieren aufoperativem Woge zu entfernen, starben anfangs alle Versuchsthiere, dannhat man aber auch eine Reihe derselben am Leben erhalten, zuerst weisseRatten, dann auch andere Thiere, Meerschweinchen, Kaninchen und Hunde.Beim Menschen ist bei Degeneration der Nebennieren vielfältig eine eigen-thümlichc bronzeartige Verfärbung der Haut beobachtet worden,