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1 (1875)
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Die Milz.

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angestellt worden; die Einen geben an, sie hätten Contractionen in derMilz gesehen, die Andern geben an, sie bätten keine gesehen. Die aber,welche angeben, sie hätten Contractionen bemerkt, beschreiben sie so,dass man sagen muss, dass die Erscheinungen im Wesentlichen mit den-jenigen übereinstimmen, welche man an der Hundeniilz gesehen hat.Auch haben Botkin und seine Schüler Verkleinerung vergrösserterMensebenmilzen an Lebenden beobachtet als directe Folge einer Reihevon Inductionsschlägen, welche durch die Haut zugeleitet wurden. Manhat deshalb keinen Grund an der Contractilität der Menschenmilz zuzweifeln, wenn auch die Contractionen nicht mit solcher Kraft erfolgenkönnen, weil das muskulöse Balkengewebe nicht so entwickelt ist, wiebeim Hunde und Pferde.

In das Balkengewebe treten nun, wie wir gesehen haben, die Aesteder grossen Blutgefässe ein. Die Arterien verzweigen sich im Ganzenbaumförmig, dann aber fangen sie auch an zahlreiche Aeste unter spitzen"Winkeln zu treiben, so dass sie mehr pinselartig verzweigt erscheinen.Zwischen ihren kleineren Aesten und an ihren kleineren Aesten hängeneigenthümliche Bildungen, die wir mit dem Namen der Malpighi'schenKörperchen bezeichnen. Diese sind Keimlager, ähnlich wie wir sie in derCorticalsubstanz der intercalirten Lymphdrüsen und in den terminalenLymphdrüsen finden, nur sind sie etwas ärmer an Blutgefässen. DieMenge der Capillaren, die in sie hineingeht, ist nicht so gross wie inden Solitärdrüsen , wie in den Elementen der Peyer'schen Plaques undder Corticalsubstanz der Lymphdrüsen. Im Uebrigen aber haben sie wiediese ein zartes Bindegewebsstroma und bilden ein Nest von lymphoidenZellenkeimen in verschiedenen Entwickelungsstadien. Sie sind mit einermehr oder weniger vollkommenen Bindegewebskapsel umgeben. BeimSchweine ist wiederum diese Bindegewebskapsel sehr vollständig entwickelt,und darum lassen sich diese kleinen Körperchen am Schweine am bestenuntersuchen. Wenn man die Milz eines Schweines, nachdem man dieKapsel abgezogen hat, unter Wasser zerdrückt und ausschwemmt, soschwemmt man eine weiche Substanz heraus, welche unter dem Namender Milzpulpe bekannt ist, und behält nun das Balkengewebe mit denArterien und Venen zurück, und da sieht man an den kleinen Arterien,wie Beeren an Stielen, kleine runde Körperchen hängen, welcbe unterdem Mikroskope sieb als die Malpighi'schen Körperchen erweisen.Manchmal umgibt das Körperchen das ganze Gefäss, so dass es von derkleinen Arterie durchbohrt wird : manchmal sitzt es auch gerade an oderin einer gabligcn Theilung der Arterie, manchmal umgibt es dieTheilungsstelle. Beim Menschen lassen sich für die Beobachtung mit derLupe und im auffallenden Lichte die Malpighi'schen Körperchen nichtso gut wie aus der Schweinemilz darstellen, weil sie durch die Kapselweniger gut gegen die umgebende Substanz abgegrenzt sind, so dass siebeim Zerdrücken und beim Auswaschen der Milz unter Wasser häufigzerfallen, wenigstens nicht mit so bestimmten Begrenzungen erscheinen,wie dies bei der Schweinemilz der Kall ist.

Bei diesem Auswaschen der Schweinemilz unter Wasser haben wirzwei durch ihre Consistenz sehr verschiedene Substanzen unterschieden,wir haben sie durch einen ziemlich rohen Proccss von einander ge-trennt, nämlich einerseits das Balkcngewcbe mit den Gefässen und den

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