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Aller geringer ist, aber die einzelnen Lymphbahnen viel breiter sindals in früheren Lebensjahren. Endlich setzt sich der Process der Atrophieoder vielmehr der mangelhaftes Nachbildung auf die Elemente derCorticalsubstauz fort, so dass die ganze Lymphdrüse auf den dritten, aufden vierton Tbeil, ja noch weniger, ihres früheren Volums verschrumpft.
Die Milz.
Die grösste unter allen sogenannten Drüsen ohne Ausführungsgaugist die Milz. Die Milz hat eine fibröse Kapsel, welche eng mit demBindegewebe zusammenhängt, das in der Milz selbst verbreitet ist. DiesesBindegewebe ist bei verschiedenen Thieren verschieden reichlich ent-wickelt und bildet bei manchen derselben, z. B. bei den Pferden, einstarkes Balkonnctz, welches die ganze Milz durchsetzt, und welches über-all an seinen Enden mit der fibrösen Kapsel in Verbindung steht. Indiesem Balkenwerk verlaufen die grossen Stämme der Gefässe und auchdie Nerven, und ausserdem enthält dieses Balkenwerk reichliche Muskel-fasern, vermöge welcher sich die Milz zusammenziehen kann. Es wirddabei der grösste Tlieil des in ihr enthaltenen Blutes ausgetrieben, wäh-rend sie wiederum, wenn die Muskelfasern erschlaffen, eine grosse Mengevon Blut aufnimmt. Damit hängt die sehr variable Grösse der Milzzusammen. Man kann die Contractilität der Milz direct untersuchen, indemman einen Hund mit Opium narkotisirt, ihm einen Schnitt in die Bauch-decken macht und die Milz zu Tage legt. Anfangs zieht sie sichgewöhnlich auf den Reiz der atmosphärischen Luft zusammen, wenu manaber dann eine Zeit lang wartet, so vergrössert sie sich wieder, ihreOberfläche wird glatt und glänzend, und ihre Earbe wird tief dunkelroth.Wenn man nun die einander bis auf etwa einen viertel Zoll genähertenElectroden eines Neefschen Magnetelectromotors auf eine Stelle derMilz aufsetzt, so entsteht an dieser eine Grube, und die Stelle erblasstindem hier eine locale Contraction entsteht, vermöge welcher das Blutausgetrieben wird. Ja man kann auf einer solchen Milz förmlich schrei-ben, man kann mit den nahe aneinanderstehenden Electroden langsamLinien ziehen, und es bilden sich Furchen und blasse Streifen in derEichtung, in welcher man die Linien gezogen hat. Weniger gut ist dieContractilität an der Menschenmilz nachgewiesen. Es unterliegt keinemZweifel, dass aueb in der Menschenmilz Muskelfasern enthalten sind,denn es verzweigen sich ja in ihr zahlreiche Blutgefässe, und die Blut-gefässe als solche enthalten schon in ihren Wandungen Muskolfasern.Aber das Balkenwerk ist in der Milz des Menschen bei Weitem nicht soentwickelt, als dies bei Hunden, Pferden und Schweinen der Fall ist, undmau hat auch keine so gute Gelegenheit, sich von der Contractilitätdesselben zu überzeugen. Die einzigen Leichen, welche sich zu solchenUntersuchungen eignen, weil man sie früh genug bekommt, und frühgenug öffnen darf, sind die Leichen von Geköpfton. Diese haben aberimmer eine so grosse Menge von Blut verloren, dass an und für sich dieMilz schon sehr zusammengefallen ist, so dass man Contractionen anderselben nicht mehr mit der Deutlichkeit wahrnimmt, mit welcher mansie an den blutreichen Milzen lebender Thiere beobachten kann. Es sinddeshalb die Versuche an Hingerichteten mit ungleichmässigen Resultaten