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Die Milz.
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Malpighi'schen Körporchen, und andererseits die sogenannte Pulpa lienis,welche wir zerquetscht und ausgewaschen haben. Was ist nun diesePulpa lienis? Sie ist, abgesehen von ihren Gefässen, eine sehr weiche,sehr zerreiblichc adenoide Substanz, das heisst, sie besteht aus lymphoi-den Zellen, aus nackten Zellen in allen möglichen Stadien der Entwicke-lung, welche in ein sehr lockeres Stroma eingeschlossen sind. Dieses Gewebefüllt den ganzen Raum zwischen den Balken und den Malpighi'schenKörpcrchon aus.
Ein sehr eigeiithumlich.es Vorhalten zeigen die Blutgefässe in dieserPulpa lienis, die in einem von Billroth zuerst beschriebenen Netzwerke,das dicht mit lymphoiden Zellen gefüllt ist, ihre Stütze findet. Nach-dem die Arterien capillar zerfallen sind, verbreiten sich diese Capillarenzunächst mit ihrem ganz gewöhnlichen Charakter, als Capillaren, die mitbesonderen Wänden versehen sind, sowohl in dem Gewebe der Balken,als auch in den Malpighi'schen Körperchen. Von da ab treten sie aberin die Pulpa lienis über, und in dieser nehmen ihre Wände einen ganzeigenthümlichen Charakter an, oder richtiger gesagt, ihre Wände hörenim strietcu Sinne des Wortes auf zu existiren, indem sich die Gcfässein eine Menge von Blutbahnen auflösen, welche sieh in der Pulpa lienisals Kanäle verzweigen, die nicht mehr drehrund, sondern unregelmässiggestaltet sind, mit austretenden Kanten und Spitzen, die seitlich in engereKanäle auslaufen, ziemlich ähnlich den Kowalewski'sehen Gängen, welchewir in den Lymphdrüsen kennen gelernt haben, nur mit dem Unter-schiede, dass in diesem Kanalsystemc, welches hier in das lockere Gewebeder Pulpa lienis gegraben ist, nicht Lymphe, sondern Blut flieset, be-ziehungsweise Blutplasma in denjenigen sich seitlich abzweigendenKanälen, die zu eng sind, um Blutkörperchen aufzunehmen. In diesemsogenannten intermediären Gefässsystenie bespülen Blut und Plasma un-mittelbar die Zellen der Milzpulpa und das netzförmige Stroma, in welchesdieselben eingelagert sind.
Aus diesem Labyrinth von Blutbahnen sammelt sich das Blutwieder in kleine Venen, und diese durchbohren mit ziemlich kurzenStämmen die Wände der grösseren und münden in dieselben ein. Schnei-det man eine solche grössere Vene auf, so findet man, dass sie auf derinneren Pläehe viele, viele Löcher hat, als ob sie mit einer Nadel durch-prickelt wäre. Diese Löcher sind die Einmündungen der kloinen Venenund fuhren den Namen der Stigmata Malpighii.
Es ist behauptet worden, dass auch in der Pulpa lienis die Ca-pillaren ebenso ihre Wandungen hätten, wie in der übrigen Milz, dassüberhaupt die Capillaren der Pulpa lienis gewöhnliche Capillaren seien,wie die anderer Organe, dass man sie nur bei der Injection leicht zer-reisse, und dann ein Lacunensystem fülle, das normaler Weise und imLeben gar nicht mit Blut gefüllt sei. Diese Behauptung ist aber un-richtig. Man kann sich auf leichte Weise davon überzeugen. Man legibei lebenden Thieren vorsichtig eine Schlinge um die Arteria und Venalieualis und zieht dieselbe zu. Dann kann natürlich von einem Extra-vasate keine Bede sein, sondern man fbrirt nur das Blut, man ertappt esan den Orten, die es gerade einnimmt. Jetzt schneidet man die Milzaus und legt sie in Chromsäure. Wenn mau dann von einer solchenMilz Durchschnitte macht, so findet man die Blutkörperchen in diesem