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Diüscn ohne Ausfülnungsgangc.
Dieser Druck ist aber jedenfalls grösser als der Druck in den Venen,und namentlich grösser als der Druck in den Venen da ist, wo die grossenLymphstämme, der Ductus thoracicus und der Ductus lymphaticus com-munis dexter in das Venensystem einmünden. Nun erreicht zwar derDruck in den Geweben nicht den, der in den Capillargefässen herrscht,denn dadurch eben, dass er geringer ist, wird ja Plasma aus den Oapilla-ren in die interstitiellen Gewebsräumc ausgeschieden, aber immerhinmüssen wir annehmen, dass der Druck hier grösser sei als im Bildungs-winkel der Vena anonyma dextra und sinistra, wo er zur Zeit derInspiration so beträchtlich sinkt, und dass die Lymphe in den Lymph-gefässen schon deshalb fortgetrieben wird, weil sie aus der Gegend desgrösseren Druckes gegen die Gegend des geringeren Druckes hinfliesst;zweitens aber müssen alle Bewegungen, insofern sie einen wechselndenDruck auf die Lymphgefässe ausüben, mit dazu beitragen, die Lymphein ihrer natürlichen Stromesrichtung vorwärts zu schieben, weil jedeBewegung in entgegengesetzter Sichtung durch die zahlreichen Klappengehindert ist. Insbesondere aber sind es wieder die Rospirationsbewe-gungen, welche einen wesentlichen Werth für die Portbewegung derLymphe haben, indem bei der Inspiration der Druck in der Brusthöhlevermindert und der Druck in der Bauchhöhle vermehrt wird, und sodie Lymphe aus den Gefässen der Unterleibshöhle in den Ductus thora-cicus förmlich aufgepumpt wird. Aber auch der Einfluss der activenund passiven Bewegungen der Glieder ist stets aufs deutlichste hervor-getreten, wenn man an den grossen Lymphstämmen der Extremitätenexperimentirtc und die aus ihnen ausfliessende Lymphe auffing.
Man kann aber auch kaum zweifeln, dass die Contractilität derWände der Lymphgefässe selbst mit zur Portbewegung der Lymphe bei-trägt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Lymphe, wenn sie ein Lymph-gefäss bis zu einem gewissen Grade prall anfüllt, als Reiz für dieMuskelfasern in den Wänden dieses Lymphgefässcs wirkt und sie zurContraction anregt, so dass das Lymphgefäss seinen Inhalt austreibt.Nach den Beobachtungen von Arnold Heller ist die Contraction sogareine rhythmische. Arnold Heller hat an durch Chloralhydrat betäubtenMeerschweinchen, deren Mesenterium er über einen Korkring heraus-gelegt hatte, unter dem Mikroskope die Lymphgefässe sich im Mittelsechsmal in der Minute zusammenziehen und sich wieder erweiterngesehen. Es schritt dabei die Contraction von der Peripherie gegen dasCentrum, also vom Darme gegen die Anheftungssteile des Mesenteriumshin vorwärts, und somit in der natürlichen Richtung, in welcher dieLymphe fortbewegt wird. Lymphherzen, wie man sie bei den andernWirbelthieren kennt, localo Pumpwerke, durch welche die Lymphe ausdem Lymphgefässsystem in das Blutgcfässsystem eingepumpt wird, kenntman bis jetzt bei den Säugethieren und beim Menschen nicht.
Drüsen ohne Aiisfuhrnngsgiinge.
Wir haben jetzt eine Reihe von Organen zu betrachten, welchein der Anatomie mit dem Namen der Drüsen ohne Ausführungsgänge,auch mit dem der Blutgefässdrüscn belegt sind, und von denen uns