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1 (1875)
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Wurzeln der Lympligefässe,

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können dann wieder von den Lyrnphgefässcn aufgenommen werden. Jabei manchen Thieren und an manchen Orten scheiden ja die Wurzelnder Lymphgefässe die kleinen Blutgefässe bis zu einer nicht unbeträcht-lichen Höhe ein, so dass noch die kleinen Arterien und Venen inner-halb der Lympligefässe liegen, und mithin das, was aus dem Blutgefässherauskommt, direet in das Lymphgcfäss hineingelangt. Hering hatdiesen Uebergang direet verfolgt, er hat farblose Blutkörperchen auseinem Blutgefässe austreten, in das einscheidonde Lympbgefäss eintretenund mit der Lymphe in entgegengesetzter Itiehtung wieder fortüiessengesehen.

Wurzeln der Lympligefässe.

Es ist beschrieben worden, dass die Lymphgefässe mit blinden,handschuhfingerförmigen Wurzeln anfangen. Es ist auch beschrieben wor-den, dass sie mit geschlossenen Netzen anfangen. Es ist wahr, dass imVerlaufe des Lymphgefässsystems blinde, handschuhtingerförnüge Endenvorkommen, es ist auch wahr, dass ganz am Ende und ganz peripherischNetze vorkommen, aber diese Netze und diese blinden Anfänge sind nichtwirklich, sondern nur scheinbar geschlossen. Sic haben immer kleinere odergrössere Zugänge, von welchen aus sie gespeist werden. Es ist auch inder That schon an und für sich nicht wahrscheinlich, dass sie geschlossenseien, denn man würde dann nicht begreifen, wie die Lymphe aus denOrganen in die Lymphgefässe hineinkommen soll. Wenn man ein Röhren-system behufs der Drainage in ciuen Acker einlegt, so müssen die Drainage-röhren immer .an ihren Enden offen sein, denn sonst kann keine Flüssig-keit in dieselben hineingelangcn. Gerade so ist es nothwendig, dass dieDrainageröhren, welche in die Organe hineingelegt sind, Oeffnungen haben,durch welche die Flüssigkeit hineingelangt. Man hat gesagt, die Flüssig-keit solle durch die Wandungen hindurchsickern, sie soll aufgesaugt werden,wie von Capillarröbrcn. Man scheint eine wunderbare Vorstellung vonden Capillarwirkungcn zu haben, wenn man glaubt, dass durch Capillar-wirkung aus den interstitiellen Gcwebsräumen die Flüssigkeit in die imVerhältniss zu diesen interstitiellen Gewebsräumen weiten Lymphräumehineinsteigen sollte. Wenn mau sich deukt, dass die Lymphe durchDruck in die handschuhfingerförmigen Wurzeln oder in die Endnetze hin-eingelange, so vergisst man dabei, dass die Wände an einander gedrücktwerden würden, und somit das Eintreten der Flüssigkeit hindern müssten.Es lässt sich aber auch empirisch nachweisen, direet mit den Augen ver-folgen, dass diese "Röhren mit offenen Enden anfangen, und zwar mitoffenen Enden in den interstitiellen Gewebsräumen. Das kann man ambesten am Darme verfolgen. Aus der Darmschleimhaut nehmen dieLymphgefässe nicht blos das überschüssig ausgeschiedene Blutplasma,sondern auch das, was aus der Höhle des Darms an Nahrungsstoffenresorbirt ist, den sogenannten Chylus auf. Dieser ist meistens milchweisswegen des Fettes, welches in ihm emulgirt ist, und man kann ihn des-halb leicht auf seiner Wanderung vorfolgen. Da gibt es keine Irrthümer,welche bei künstlicher Injcction durch zu starken Druck oder dergleichenhervorgerufen werden, denn hier ist der Chylus in seiner natürlichenLage, man sieht ihn in seinem natürlichen Wege und verfolgt ihn bis in